Bibliothekssaal Kloster Wiblingen


Bibliothekssaal Kloster Wiblingen

Meisterwerk des Rokoko

Fünf Kilometer von Ulm entfernt liegt das ehemalige Benedektinerkloster Wiblingen. Im Mittelpunkt steht die Klosterkirche St. Martin, die heute eine der beliebtesten Wallfahrtskirchen ist. Der helle Kirchenraum entstand als letzter Abschnitt des Bauvorhabens und zeigt die Vorzüge des Barocks und Frühklassizismus auf. Helle Farben, Ornamente in Gold und beeindruckende Deckenbilder. Seit 2006 beherbergt das Kloster im Konventbau ein Museum. Es führt den Besucher in die Welt der barocken Herrschaften. Im Mittelpunkt steht der spannungsreiche Gegensatz zwischen den mönchischen Idealen und der sich seit dem Mittelalter herausbildenden und im Barock einen Höhepunkt erlebenden weltlichen Herrschaft der Abtei.
LMZ493952Eine weitere Sehenswürdigkeit ist der Bibliothekssaal.
Zwischen 1740 und 1750 entstand dieser wundervoll ausgestattete Raum unter Abt Meinrad. Der Saal erstreckt sich über zwei Geschosse und nimmt mit 23 Meter Länge und 11,5 Meter Tiefe den Nordflügel des Klosters komplett ein. Die schwingenden Formen der Balustraden, der reiche Figurenschmuck, das schicke Deckenfresko und die großen Fenster versetzen den Anwesenden zurück in eine Zeit, die von Prunk beherrscht wurde.
Das Deckenfresko schuf Maler Franz Martin Kuen 1744. Im Mittelpunkt des Gemäldes steht eine von Engeln umgebene Frauengestalt: die göttliche Weisheit, die über allem herrscht. Weiterlesen

Großer Ahornboden


Ausflug zum großen Ahornboden

Es ist Samstag, ein trüber Tag! Die Wolken hängen tief über dem Dörfchen und versprühen nicht gerade gute Laune. Was tun?

Wenn man jahrelang in den Bergen gewohnt hat, weiß man, dass dort meistens herrliches Wetter zu dieser Jahreszeit herrscht. Also Sachen packen, ab ins Auto. Die Fahrt führt vorbei an Holzkirchen, Bad Tölz Richtung Hinterriss. Im Talschluss des Rißtales liegen die zwei schönen Almböden. Der kleine und große Ahornboden. Über 2400 Bäume wurden 1966 gezählt, teilweise sind diese zwischen 300 und 600 Jahre alt. In der Herbstzeit und mit viel Sonne ist es ein wahrer Genuss durch die Baumreihen zu laufen. Die Blätter schimmern in verschiedenen Farben, kräftig und malerisch. Leider waren wir noch ein bisschen zu früh dran, nur vereinzelt waren ein paar Blätter verfärbt. Doch die Landschaft und die gute Luft brachten Entspannung und zauberten nicht nur mir ein Lächeln ins Gesicht. „Heimat“ ich vermisse dich so sehr. Das schöne Bergpanorama kann man bei einer deftigen, leckeren Brotzeit im Wanderhotel genießen. Empfehlenswert ist die Brotzeitplatte, die man sich nach eigenem Belieben zusammenstellen kann. Der Käse, sei es Berg- oder Bierkäse ist unschlagbar gut.
Viel Zeit bleibt nicht mehr, um dem Naturschauspiel beizuwohnen. Wer auch die prächtigen Bäume und die idyllische Landschaft sehen möchte, muss sich beeilen. Ab Ende Oktober wird die Mautstraße geschlossen und erst im Mai wieder geöffnet. Im Winter kann man das Tal nur mit Langlaufski erkunden.

Wer das Karwendel noch ein bisschen mehr erkunden möchte, kann sich mit diesem Reiseführer ein paar Tipps einholen.

Kloster Strahov Bibliothek in Prag


Bücher wohin das Auge blickt

Prag ist immer eine Reise wert. Selbst nach zahlreichen Besuchen der goldenen Stadt gibt es immer wieder Neues zu entdecken. Diesmal führte der Weg zum Kloster Strahov und das aus einem ganz besonderen Grund. Doch dazu später mehr.

 Die Königliche Kanonie der Prämonstratenser von Strahov ist eine Abtei des Prämonstratenser-Ordens (größter römisch-katholischer Orden von Chorherren) im Prager Stadtteil Hradčany.

Neben Klosterkirche und St.-Rochus-Kirche war für mich ein Teil des Klosters besonders interessant. Als Bücherwurm fühlte ich mich in der Bibliothek von Strahov wie in einem Traum. Insgesamt enthält die Sammlung der Bücherei circa 200000 Bücher, Handschriften, Altdrücke und Erstdrücke. Die zwei Säle können für 400 Kronen mit einer Führung besichtigt werden. So kommt man den großen Werken ganz nah. Der theologische Saal entstand in den Jahren 1671-1679 nach dem Entwurf des Architekten Giovanni Domenico Orsi, von dem auch die Stuckverzierungen an der Decke stammen. Die Bücher hier sind mit geschnitzten Holzkartuschen verziert, sodass man sie der jeweiligen Literaturart schneller zuordnen konnte. Hierbei handelt es sich um das erste Bibliothekarhilfsmittel. Seit 1790 lagern in diesem Saal nur noch die theologischen Werke. Im Raum befindet sich eine Statue. Diese zeigt Johannes den Täufer, der in den Händen ein Beutelbuch trägt. Ein weiteres interessantes Exponat in diesem Raum ist das Kompilationsrad. Ein Pult, das zum Zusammensetzen der Texte diente. Die Bücher, die in den Regalen des Rades stehen, werden durch einen Sondermechanismus gestützt, sodass sie nicht herausfallen können. Die Globen in der Mitte des Raumes verleihen der ganzen Atmosphäre noch eine besondere Note a la Galileo. Absolutes Gänsehautfeeling, wenn nicht die ganzen anderen Touristen wären.

 Der philosophische Saal ist wahrlich sehr beeindruckend. Er ist 32 Meter lang, 10 Meter breit und 14 Meter hoch. Und bis unter die gemalte Decke von Anton Maulbertsch mit Büchern bestückt. Das Gemälde ist imposant. Mit geweiteten Augen starrt der Besucher zur hohen Decke und versucht auch noch im kleinsten Winkel die Details des „Weges der Menschheit zur Weisheit“ zu erhaschen. Der Blick wandert weiter zu den Regalen mit den vorwiegend wissenschaftlichen Büchern über Mathematik, Astronomie, Jura oder Medizin. Die Wendeltreppen, die zur Galerie führen und die Regale selbst sind aus Nussbaum gefertigt. Hervorragende Qualität, die sich über die fast 300 Jahre sehr gut gehalten hat. In dem Gang, der die Säle miteinander verbindet, findet man verschiedene kuriose Exponate und Sammlungen. Hierzu gehört z.B. ein Modell eines alten Kriegsschiffes, Kanonenkugel und Militärbekleidung. Die ausgetrockneten Meeresbewohner in der Vitrine rechts neben dem Kriegsschiff sind ziemlich schaurig. Die große Muschelsammlung bringt den Besucher nur zum Staunen.

Auch wenn die Ausstellung recht klein ist, es lohnt sich dort vorbeizuschauen. Gerade als Leseratte und Liebhaber alter Bücher und Werke kommt man hier auf seine Kosten und fühlt sich dadurch gleich in die Vergangenheit zurückversetzt. Für 80 Kronen kann der Besucher die Bibliothek auch ohne Führung besichtigen, dann aber auch ohne direkten Zutritt zu den Sälen.

Türkei Tag 4: Uchisar und Teppichfabrik


20*20 Knoten

Ein neuer Tag stand an, wieder mit viel Informationen bepackt. Unser Reiseleiter führte uns nach Uchisar ins Taubental. Der Name sagt eigentlich schon alles. Uchisar zählt circa 1000 Einwohner und wird dominiert von einem 60 Meter hohem Burgfelsen, in dem früher selbst 1000 Leute wohnten. Heute lebt  keiner mehr in den unterirdischen verwinkelten Gängen. Umringt wird die Stadt von einem Tal in dessen Bergketten zahlreiche Taubenschläge zu sehen sind. Zur damaligen Zeit nutzten die Bewohner den Kot der Tauben zum Düngen der Felder. Ein Naturstoff, der sehr beliebt und begehrt war und so einfach zu holen.

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Türkei Tag 3: Cavusin und Göreme


Was macht ein Grieche in der Türkei?

Früh aufstehen war an Tag 3 angesagt, denn auf mich wartete ein tolles Erlebnis. Für schlappe 150 Euro konnten die Gäste im Hotel eine Ballonfahrt buchen und ich habe das getan. Für den Sonnenaufgang allerdings waren wir schon etwas zu spät dran, aber den Ausblick, den wir genießen konnten, war absoluter Wahnsinn. 24 Leute zwängten sich in den Ballonkorb, die Kameras im Anschlag. Und dann ging es in die Höhe. Die Landschaft, die sich uns zeigte, war beeindruckend, deutlich konnte man in den Bergen die Erosionsschichten erkennen. Das Wetter war mehr als optimal, fast windstill und viel Sonnenschein.  Unser Pilot, ein Grieche, der seit vier Jahren in der Türkei das Geschäft betreibt, erzählte uns sehr viel über die Gebiete, die wir überflogen. Die Stadt Cavusin z.B., die Menschen dort lebten in den Felsen, hatten dort ihre Wohnungen, die zu jeder Jahreszeit eine konstante Wärme von 8-11 Grad boten. 1963 gab es in der Gegend ein schweres Erdbeben und der größte Teil der Stadt wurde zerstört. Sie errichteten einfach ein paar Meter entfernt wieder eine neue Stadt. Das Gebiet rund im Göreme einschließlich Cavusin wurde 1985 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Man kann aber, wenn man genug Geld in der Tasche hat auch einige Teile der zerstörten Stadt kaufen und wieder aufbauen, jedoch nur mit dem herkömmlichen Material und das ist nicht billig. Am Nachmittag besichtigten wir die Reste noch genauer u.a. findet sich da auch die älteste Höhlenkirche Kappadokiens, die Johanneskirche.  Weiterlesen

Türkei Tag 2: Die Reise nach Kappadokien


Unterirdische Städte und wechselnde Landschaften

Wir hatten über 500 Kilometer vor uns, das bedeutete: Sehr früh aufstehen, denn mit einem Reisebus quer durch das Taurusgebirge erzielt man keine Spitzengeschwindigkeiten. Unser Reiseleiter war fit an diesem Tag, nicht nur körperlich sondern auch geistig. Wir erfuhren sehr viel über die Geschichte des Landes, über die ersten Städte, die Osmanen, die Entwicklung der Wirtschaft und über das Klima. Umso weiter wir uns vom Meer entfernten, umso mehr änderte sich auch die Landschaft. Statt Orangen- und Zitronenbäumen sah man an den Berghängen Zypressen, auf den Feldern wogen sich die Pappeln im Winde. Das Grün wechselte allmählich  in ein Beige. Doch unter der strahlenden Sonne, sah alles einfach nur imposant und großartig aus. Weiterlesen

Türkei Tag 1 Ausflug nach Aspendos


Akustik oder Amphi?

 Nachdem ich genüsslich ausschlafen konnte und mich das tolle Frühstücksbuffet gesättigt hatte, lockten mich die Wellen des Meeres zu einem kurzen Strandspaziergang. Die Sonne schien, der Wind pfiff um die Ohren und warf die Wellen auf. Einige dunkle Wolken drohten mit Regen, verzogen sich aber langsam über das Meer. Der Strand lud allerdings nicht wirklich zum baden und Sonne haschen ein, überall lagen jede Menge Treibgut, Flaschen, kaputte Stühle und etliche Schuhe herum. Die einzelnen Hotelstrandbars wirkten verwahrlost und schienen seit Jahren nicht benutzt, aber Februar ist einfach keine Saison, in ein paar Monaten wird der Strand von Antalya sicherlich wieder in vollster Blüte stehen. So konnte sich aber meine fotografische Leidenschaft voll austoben. Weiterlesen