Interview mit Autor Markus Heitz


Lesung Fitzek Heitz-05Viele, die gern Fantasy Bücher lesen, ganz speziell über Zwerge, Orks und andere dunkle Gestalten, stolpern früher oder später über ein Werk von Markus Heitz. Seit seinem Durchbruch mit Die Zwerge ist er aus diesem Genre nicht mehr wegzudenken. Wie er zum Schreiben kam, woher er seine Ideen nimmt, erfahrt ihr hier:

Lieber Markus,

vielen lieben Dank, dass Du Dir die Zeit nimmst für unsere Fragen.
Markus Heitz: Kein Thema. Mache ich gerne.

Steffi Schaaf: Warum bist Du Autor geworden? Was oder wer hat Dich dazu gebracht? Wann hast Du mit dem Schreiben begonnen? Bist Du noch im Besitz Deiner ersten Schreibversuche?
MH: Es ging mit 14 los, einfach so, ohne ein besonderes Ereignis. Ich habe sehr viel gelesen, und daraus entstand das Bedürfnis, eigene Storys zu erfinden. Die ersten Versuche waren nicht länger als eine bis drei, vier DinA5-Seiten. Und ja, ich habe sie, und NEIN, ich zeige sie nicht.

STS: Was fasziniert Dich so an Zwergen, Orks und Fantasy? War das bereits in Deiner Kindheit schon so?
MH: Märchen, Sagen, Legenden – wer findet das als Kind nicht spannend? Meine Vermutung: Es gibt wenige. Und ich gehörte zu denen, die von Grimm bis Bechstein alles aufgesogen haben. Da liegt wohl der Urkeim. Mit dem Lesen aller möglichen Genres entsteht eine gewisse Vorliebe für Stoffe, und nach „Der kleine Hobbit“ fand ich Phantastik schon toll. Aber den Schwerpunkte legte ich erst später mit dem Beginn der Rollenspielkarriere auf Fantasy. Das Schwarze Auge, so fing das damals an, in den 80ern.

STS: Du hast sehr viele Bücher in den letzten Jahren geschrieben. Woher nimmst Du Deine Ideen für Deine Geschichten? Und wie ermahnst Du Dich zur Disziplin?
MH: Es macht mir Spaß, und das ist der größte Antrieb. Schreiben ist auch ein Stück Handwerk, und zu dem gehört es, sich hinzusetzen, Stunden damit zu verbringen, Sätze zu arrangieren, Worte zu finden, Bilder zu bauen … das wird gerne unterschätzt.
Die Ideen, du meine Güte … wenn ich das wüsste. Kreativität schlägt einfach zu, ohne dass ich es genau sagen könnte. Manchmal im Gespräch mit Freunden, beim Sehen eines langweiligen Films, bei der Lektüre eines Fachartikels, es gibt keine Regeln.

STS: Gibt es in den letzten Werken Lieblingscharaktere, mit denen Du Dich vielleicht auch identifizieren kannst?
MH: Nein. Man bringt als Autor höchstes Verständnis für Handlungen auf, aber identifizieren – so weit geht es dann doch nicht.

STS: Mit „Totenblick“ hast Du auch mich als Leserin Deiner Geschichten gewinnen können. Warum der Ausflug in das Thrillergenre? Und was mich natürlich brennend interessiert: Gibt es vielleicht ein Wiedersehen mit Ares oder Korff?
MH: Thriller ist im Grunde ein neutraler Begriff und bedeutet nicht anderes, als dass ein Buch schnell, packend und actionreich ist. Und genau das schreibe ich ja im Grunde schon seit Jahren. Streicht man die Zwerge und Vampire raus, bleibt ja nur noch die reale Handlung. So schwer ist es mir nicht gefallen, und die Gelegenheit bot sich mir gerade. Die Idee dazu hatte ich schon lange, nur wäre sie an Vampiren oder Wandelwesen verschwendet gewesen. Und als der Verlag mich nach einem Thriller fragte, tada, konnte ich denen aus dem Stand meinen Vorschlag unterbreiten. Ob ich da weitermache, weiß ich noch gar nicht. Die Zeit wird es zeigen.

STS: Wie sieht Dein nächstes Projekt aus?
MH: Ein MysteryThriller, vorgesehen für den August 2014. Sagen wir, Wandelwesen und Vampire spielen eine kleine Rolle, aber die bekannte Welt von Eric und Sia erhält eine neue Komponente. Darauf wird der Schwerpunkt liegen. Es ist ein bekanntes Motiv, ähnlich wie das Tod-Unsterblichkeits-Motiv in ONEIROS, das von mir neu interpretiert wird. Ich bin gespannt, wie es bei den LeserInnen ankommt. Aber mehr kann ich dazu aus dramaturgischen Gründen noch nicht sagen. Im März erscheint vorher noch der vierte und letzte Band der Albae, TOBENDER STURM. Und die haben Vorfahrt.

STS: Gibt es Neuigkeiten in Sachen Verfilmung Deiner Werke? Oder können die Leser mal wieder mit einer Lesung mit musikalischer Unterstützung, wie damals mit Corvus Corax, hoffen?
MH: Da gibt es leider noch nichts Neues.

STS: Bei der Lesung mit Sebastian Fitzek ging es u.a. auch um das Thema „Ghostwriting“. Du schreibst alles selber. Verurteilst Du Autoren, die Andere zum schreiben hinzuziehen?
MH: Ich schreibe deswegen selber, weil ich mir einbilde, dass nur ich diese Geschichte so erzählen kann. Ideen anderen anvertrauen und abwarten, was sie daraus machen, nein, das wollte ich nicht bzw. nicht meinen Namen als Verfasser draufschreiben. Ich finde, der Leser sollte wissen, wer der Autor des Buches ist. Und sollte der Tag kommen, an dem ich zum Ideengeber werde und einen anderen das Buch schreiben ließe, würde das genau SO auf dem Cover stehen. Oder man denkt sich ein Pseudonym aus und bildet eine Autorengemeinschaft, wie das z.B. bei Serienheftchen meistens gemacht wird.

STS: Welche Autoren schätzt Du besonders? Hast Du mit jemanden engeren Kontakt?
MH: Wir Phantastik-Autoren kennen uns alle untereinander größtenteils, ich plaudere gerne mit den Kolleginnen und Kollegen. Meistens sieht man sich auf Conventions oder den Buchmessen. Autoren, die ich schätze … mh … Poe und Lovecraft und Theodor Storm. Klingt komisch, ist aber so.

STS: Welche Lektüre liegt derzeit bei Dir auf dem Nachttisch? Und was liest Du privat gern?
MH: ich lese privat meistens Magazine wie STERN und SPIEGEL, bevorzuge Kurzgeschichten, die thematisch nichts mit meinen Werken zu tun habe, wie z.B. Horst Evers oder Torsten Sträter. Böser Humor ist ganz weit vorne.

STS: Wenn Du drei Bücher mit auf eine einsame Insel nehmen könntest, welche wären das? Und warum?
MH: 1.) How to survive on an island, 2.) How to build a boat, 3.) ein leeres Notizbuch für meine Ideen.

STS: Ein Leben ohne Bücher wäre für Dich…?
MH: Schwer vorstellbar.

STS: Was unsere Leser sicher noch interessiert: Was sind Deine musikalischen Vorlieben?
MH: Hahaha, ja, was könnte das wohl sein? Ich mag es dunkelbunt gemischt, von Deine Lakaien bis Estampie, von Solitary Experiments bis zur Leipziger GothicAmbient Band Lambda, von schnellem Krach bis industriellem Krach zur Klassik und zum Soundtrack. Was gar nicht geht, ist FreeJazz und Volkstümlicher Schlager. DA kann ich aktiv-aggressiv werden.

STS: Was macht Markus Heitz, wenn er mal nicht schreibt?
MH: Reisen, Musik hören, Freunde treffen. Ach ja, Hausputz, einkaufen … muss auch mal sein.

STS: Ich bedanke mich bei Dir, dass Du Dir die Zeit genommen hast. Vielleicht hast Du noch ein paar Worte zum Abschluss?
MH: Was immer der Lebenstraum ist – nicht aufgeben! Zeit und Geduld aufbringen, aber niemals aufgeben und wegwerfen, was einem wichtig ist. Ich sehe es an mir: Manchmal gehören Umwege dazu, um ans Ziel zu gelangen – sofern man das Ziel vorher nicht aus den Augen verliert.

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Interview mit Martin Krist


Seit Mädchenwiese zählt Martin Krist zu den bekanntesten Schriftstellern in Deutschland. Im Oktober 2013 brachte er seinen neuen Thriller Drecksspiel  auf den Markt. Ich habe Martin um ein Interview gebeten. In diesem erfahrt ihr mehr über ihn und seine weiteren Projekte.

martin krist

Steffi Schaaf: Warum bist Du Autor geworden? Mit welchem Alter begann das Schreiben?
Martin Krist: Ich bin Autor geworden, weil ich … ganz ehrlich? … noch nie etwas anderes machen wollte.
Ich schrieb die ersten Geschichten, kaum dass ich in der Grundschule das Alphabet gelernt hatte, damals noch auf der Schreibmaschine meiner Mutter. Inspiriert von Autoren wie Karl May, Agatha Christie und Stephen King, deren Bücher ich nächtelang verschlang, reifte in mir der Wunsch, später mal ebenso spannend erzählen zu können wie sie. Weiterlesen

Interview mit Tanja Meurer – Autorin von Glasseelen


„Glasseelen“ hat mich so begeistert, dass ich die Autorin Tanja Meurer um ein Interview gebeten habe. Erfahrt mehr über ihre Projekte, ihr Leben und ihre Wünsche!

Tanja

Steffi Schaaf:„Glasseelen“ ist ein sehr interessantes Buch. Wie kamst Du zu der Idee und warum E.T.A. Hofmann?
Tanja Meurer: „Glasseelen“ war ursprünglich ein Auftrag, gestellt von der Agentur, bei der ich vor ein paar Jahren war. Einer der Verlage hatte „Berlin, Museumsinsel und die Berliner Unterwelten“ als Eckpunkte für einen Roman gesetzt. Meine Agentin fragte, ob mir dazu etwas einfiele. Nach zwei Tagen zwischen all den Büchern über Berlin, Museen, Berliner Geschichte (die ich zu Hause hatte) und einigen abgelehnten Ideen, blätterte ich durch den Alt-Berliner Bilderbogen. Das ist ein kleines Büchlein über Berlin, Berliner Originale und bestimmte Größen aus Berlin. Bei „E.T.A. Hoffmann und das Blumenmädchen“ blieb ich hängen.
Die Geschichte gefiel mir, davon abgesehen hatte mir meine Mutter immer viel von Hoffmann vorgelesen, als ich ein Kind war. Bis zu dem Moment wusste ich nicht, dass Hoffmann in Berlin gelebt hatte. Aber es stimmte. E.T.A. Hoffmann lebte und starb in Berlin. Ab 1798 lebte er in Abständen immer wieder dort. Von 1814 bis zu seinem Tod 1822 blieb er dauerhaft in Berlin.
Im Lauf seines Lebens war er Autor, Karikaturist, Komponist, Musikkritiker und vieles mehr. Hauptberuflich arbeitete er als Gerichtsrat (preußischer Staatsdienst), später Kammergerichtsrat, wurde zwei mal wegen seiner Schriften außer Dienst gestellt, fing sich die Syphilis ein und war mit seiner Cousine verlobt. Genau genommen fiel er nicht unbedingt positiv auf. Heute würde man ihn wohl als durchgeknallten Künstler bezeichnen, der in seinem Job nicht glücklich ist. Mehr zu ihm findet ihr hier: http://de.wikipedia.org/wiki/E._T._A._Hoffmann
Von Hoffmann mochte ich besonders den „Sandmann“. Das war schon immer eine meiner liebsten Geschichten. Auf der Basis konnte ich die Geschichte aufbauen.

StS: Nicht viele Autoren haben so eine lebendige Art zu schreiben wie Du! Wie lässt Du Dich zu solchen Ausschmückungen hinreißen? Lässt Du der „Feder“ einfach freien Lauf?
TM: Ein paar von den Situationen, in die Camilla gerät, kenne ich aus eigener Erfahrung. Ich bin gelernte Bauzeichnerin und habe in meiner Lehre oft in alten Häusern Aufmass gemacht. Vielen Geschichten liegen die Erlebnisse in der Tangente (Mainz) zugrunde. Das ist ein altes Doppelhaus aus dem Jahr 1669. Es war unser Lehrlingsprojekt, das nur zeitweise vom Büro betreut wurde. Wir waren ein halbes Jahr fast täglich in der Tangente, haben die Bestandspläne verglichen, abgeändert und alle Bestandsänderungen festgehalten. War schon wirklich spannend, aber auch unheimlich.
Es ist schon ziemlich creepy, wenn der Ingenieur vorher noch im Nebensatz erwähnt: „Übrigens passt ein bisschen auf, ihr seid nicht allein im Haus. Da schleicht manchmal ein geistig verwirrter Mann rum. Der ist aber harmlos. Meistens seht ihr ihn gar nicht. Ihr hört ihn nur.“
Es war übrigens beim Aufmass wirklich so. Wir haben ihn selten gesehen, meistens nur gehört oder seine Blicke gespürt.
Aus dieser und ziemlich vielen anderen unheimlichen oder erschreckenden Situationen heraus kann ich beschreiben.
Was Camillas schlechte Fahrkünste betrifft – nein, das ist reine Beobachtung bei anderen Menschen. Ich habe vier Jahre hauptberuflich am Steuer verschiedener Wagen bis hin zum LKW verbracht und meinen 40-t-Schein angefangen.
Aber generell – ich liebe es dicht zu beschreiben. Einigen ist das zu viel, andere verstehen die Eindrücke nicht. Aber jeder Mensch nimmt Situationen anders auf.

StS: Der Nachfolger „Der Rebell“ ist bereits geschrieben? Kannst Du darüber etwas verraten?
TM: Ja, das Buch ist bereits am 23.08.2013 bei Bookshouse erschienen. Der Roman schließt an den ersten Band an, auch wenn Camilla und Christoph in den Hintergrund treten und Oliver Hoffmann das Feld überlassen wird. Wer „Glasseelen“ kennt, weiß auch von der Mail am Ende des Buches. Camilla soll Tom Hoffmann oder dessen ältesten Sohn (Oliver) aufsuchen, um etwas zu verhindern.
Dass sie das nicht schafft, ist fast klar, denke ich. Die Geschichte setzt bei Oliver und aus seiner Sicht an. Camilla kommt wieder vor. Sie ist ab dem Ende des ersten Drittels dabei. Christoph stößt weitaus später hinzu, wird aber recht schnell zu Olivers Freund, genau wie Camilla. Zwei andere alte Bekannte begleiten die Geschichte: Matthias Habicht (der sehr wichtig ist) und Bernd Weißhaupt.
Beide Kommissare haben absolut keine Lust mehr auf unheimliche Ereignisse. Natürlich erwischt es sie, Bernd hasst die Welt dafür. Daniel ist ein neuer Charakter und für Oliver sehr wichtig. Er stellt den Ausgleich dar.
Die Gegner sind aber auch nicht zu unterschätzen. Und man sollte sich – wie üblich – nicht zu sehr an dem Schwarz-Weiß-Denken festklammern. Kein „Böser“ handelt negativ, weil er böse ist. Aus seiner/ ihrer Sicht liegt eine Begründung vor. Oliver (und einigen anderen) erscheint es nur falsch, weil sie die Sichtweise nicht teilen.

StS: Gibt es wieder eine Verbindung zu einem klassischen Werk?
TM: Nur indirekt. Aus meinen Kindertagen ist mir eine der Kurzgeschichten aus der Gruselgeschichtensammlung „Der Vampyr“ noch gut in Erinnerung. Auf die französische Geschichte „Hass“ nehme ich Bezug. Das darin beschriebene Wesen ist die Grundlage des Buches.
Bei meiner Recherche fiel mir schließlich auf, dass ich durch die Autorin der Geschichte bereits wieder den Bogen zu Hoffmann geschlagen hatte. Die Autorin von Hass ist Gabrielle Ménardeau.Sie lernte bereits mit vier Jahren das Lesen und verfasste mit acht Jahren ihre erste Erzählung. Zum Studium ging sie nach Paris. Dort lernte sie während des Zweiten Weltkriegs ihren späteren Mann, den zwanzig Jahre älteren Übersetzer und Essayisten Justus Franz Wittkop, kennen, der auf der Flucht vor den Nationalsozialisten war und den sie bei sich versteckte. Ein Jahr nach dem Krieg 1946 zog sie mit ihm nach Deutschland. Dort machte sie sich als Übersetzerin und Buchautorin einen Namen – neben zahlreichen Romanen verfasste sie eine in vielen Auflagen erschienene Monographie zu E.T.A. Hoffmann und übertrug Werke von Theodor Adorno, Uwe Johnson, Wolfgang Hildesheimer und Peter Handke in das Französische. (Quelle: Wikipedia)

StS: Was verbindet Dich mit den Geschichten oder mit den Charakteren?
TM: Bevor die Reihe zu „Schattengrenzen“ umbenannt wurde, existierten schon recht viele Geschichten um Oliver, Till, Tim, Konstantin und diverse andere Charaktere unter „Darkside“, das Konzept war zu „Schattengrenzen“ beinah identisch. Die etwas unheimlichere Realität war Grundlage und Spielwiese der Charaktere, die von Buch zu Buch in den Vorder- oder Hintergrund traten. Die Clique umfasste ein bestimmtes Kontingent Personen, von denen mal der eine, mal der andere stärker agierte. Die ersten paar Bücher stammen noch aus den 90ern. Heute habe ich all das stark ausgedünnt. Oliver ist einer meiner absoluten Lieblinge. Er ist alternativ – wird später zum Punk. Meine Entwicklung ging noch über den Goth.
Er schreibt gern und viel, hat Schwierigkeiten mit Eltern und Freunden, fällt durch seine Art auf und hat einen Hang zu Männern (ich zu Frauen).
Camilla ist die andere, etwas chaotische und offene Seite, die sich nicht so schnell von einem Ziel abbringen lässt. Zusammengenommen sind die beiden auch in den späteren Büchern ein ziemlich gutes Duo. Zukünftig wird Camilla für Olli ohnehin noch sehr wichtig – natürlich nicht als Partnerin sondern als Freundin, Familie, alles andere.
Da Oliver und sein Umfeld aus Wiesbaden kommen, ist sein Leben Heimspiel für mich. Camilla stammt aus Frankfurt. Die Stadt kenne ich ebenfalls ziemlich gut, schon weil ich seit 1995 in Frankfurt/Main und Umgebung arbeite.
In den Geschichten kann ich einige Erlebnisse verarbeiten, unheimliche Geschichten wieder ausgraben und Ideen aus anderen, alten Büchern verwenden.

StS: Kannst Du Dich mit einem Charakter identifizieren?
TM: Sehr gut sogar! Wie schon erwähnt sind Olli und Camilla mir sehr nah. Die, die mich persönlich kennen, sprachen mich schon darauf an, dass ich ihr meine Art geliehen habe.
In erster Linie decken sich unser Hang zu Kunst und dem Makaberen. Wir sind Freaks und ziemlich unerschrocken. Camilla kann mit Todesfällen genauso gut oder schlecht umgehen wie ich. Geheult wird nicht. Die Verdrängungstaktik von ihr funktioniert wie bei mir. Wir blenden Gefühle weitestgehend aus und konzentrieren uns auf die nächststehenden Probleme. Sie hat davon mehr als sie es will.
Vor wenigen Wochen ist meine Tante gestorben. Sie war etwas wie ein Mutterersatz für mich. In der ganzen Zeit nachdem ich sie gefunden habe, konnte ich nur auf der Beerdigung weinen und ein weiteres Mal durch eine Diskussion. In erster Linie sehe ich fokussiert die anstehenden Aufgaben und arbeite sie ab. Danach kommt erst die Zeit für Gefühle. Camilla geht nicht anders vor.

StS: Bevor Du mit dem Schreiben beginnst, machst Du Dir einen Plan oder legst Du einfach los?
TM: Eher ein Exposé oder einen Grob-Plot, an dem ich mich so lang entlang arbeite, bis das Konzept wegen unlogischen Handlungen (wenn man die Handlung mit dem Holzhammer zurückbiegen muss) außer Kontrolle gerät. Danach setze ich mir das nächstliegende Etappenziel und arbeite darauf zu. Die Geschichte sollte nicht aus dem gesetzten Rahmen fallen, aber ich passe sie zumindest so an, dass die Logik bestehen bleibt und die Charaktere nicht gegen ihre persönlichen Züge handeln müssen.
Aber ich habe auch Geschichten schon mit sehr geringen Plots angefangen. Dann wird es allerdings schwer, sie notfalls einzufangen.

StS: Gibt es Autoren, die Dich inspirieren? Große Vorbilder?
TM: Neil Gaiman – in jeder Weise. Er ist in seiner Komplexität und makaberen Denkweise der helle Wahnsinn.
Allerdings gibt es auch noch andere Autoren, die mich unheimlich beeindruckt haben. Klaus N. Frick (Peter Pank-Romane) schreibt so bildlich, dass ich mich in die Punk-Kommune bei meiner Mutter zurückversetzt gefühlt habe. Die Dichte der Geschichten ist beeindruckend.
Aktuell lese ich irrsinnig viele Sachbücher (Kriminalhistorik). Darauf aufbauend arbeite ich schon ein Weilchen an einem Konzept. Die Verbrechen und die Polizei der Vergangenheit war beeindruckend und teilweise vollkommen irrsinnig. Von dem Standpunkt her haben mich die Sachbücher von Matthias Blazek auch sehr beeindruckt.
Früher oder später wird ein Buch oder eine Reihe Kriminalromane im Berlin der 20er bis zum Ende des zweiten Weltkrieges kommen.

StS: Wie kamst Du zum Schreiben?
TM: Durch meine ewige Unzufriedenheit mit den Ausgängen der typischen Kinderkrimis (Fünf Freunde, Die drei ???, Rätsel um …, Geheimnis um …).
Ich habe einfach angefangen mir alles so zurechtzubiegen, wie es mir gefiel. Damals habe ich die Bücher mit den Edgar Wallace Romanen verglichen, die ich angefangen hatte zu lesen. Klar, dass mir die alten Grusel-Krimis besser gefielen. Also fing ich an zu schreiben. Damals war ich acht.

StS: Hast Du Deine ersten „Werke“ noch und liest sie manchmal schmunzelnd auf der Couch?
TM: Wenn es mich bei King und Co. nicht gruselt, dabei sicher. Die alten Sachen – selbst die, die ich nach 2000 geschrieben habe – empfinde ich als grottig. Gerade überarbeite ich einen Kurzroman aus dem Jahr 2007. Ernsthaft – ich weiß nicht, warum das Ding so viele Fans hat.
Die meisten alten Geschichten könnte ich heute auch nicht mehr vorlesen, einfach weil ich sofort aus dem Sprach- und Redefluss fallen würde.

StS: Was möchtest Du in der Zukunft erreichen? Lesungen veranstalten? Auf Tour gehen? Die Welt bereisen?
TM: Die Weltherrschaft …? Neee, nicht wirklich. Lesungen mache ich schon recht viele. Dieses Jahr stehen zwei für Oktober und drei für November an. So weit ich weiß ist auch im Dezember noch eine.
Generell könnten sich die Bücher besser verkaufen. Die Art von Roman ist allerdings eher ein Nischenthema und die Charaktere keine strahlenden Helden. Das gefällt vielen Lesern nicht. Andere können mit dem unheimlichen Teil der Geschichte nichts anfangen.
Es wäre schön, wenn Fans des unheimlichen Genres vielleicht auch auf die Reihe aufmerksam würden.
Auf Tour gehen und die Welt bereisen fiele schon wegen meines Jobs flach. Davon abgesehen bin ich kein sonderlicher Fan von Flugzeugen. Flug- und Höhenangst sind in Kombination fies.

StS: Wird es ein weiteres Buch geben nach „Der Rebell“ mit Oliver und Camilla? Arbeitest Du vielleicht bereits daran?
TM: Sofern der Verlag mitmacht, ja. „Der Rebell“ ist nicht abgeschlossen. Es geht also in den nächsten Band über (an dem ich wirklich schon arbeite).
Olli, Camilla, Daniel, die Zwillinge und Jamal sind dabei. Der kleine Jamal (er ist zehn) rückt in die Position des zweiten Protagonisten vor. Mit ihm hat Olli auch für den Rest seines Lebens viel zu tun.
Die Charaktere werden ja mit jedem Buch älter, und es gibt bereits Bücher (fertige), in denen Jamal 17 bzw. 22 Jahre alt ist.

StS: Was tust Du gegen Schreibblockaden?
TM: Schlagt mich nicht, aber ich hatte noch nie eine Schreibblockade. Im Gegenteil, ich brauche das Rollenspiel (als Spielleiterin), um die überschüssigen Ideen loszuwerden.
Außer Schattengrenzen habe ich ja noch weitere Projekte:
– Steampunk: Das Gewicht einer Seele (Novellen und Kurzromane um eine Wissenschaftlerin und eine Magierin, die in mysteriösen Kriminalfällen hinzugezogen werden):
http://www.fanfiktion.de/s/51e61edf0003206e285c7d03/1/Raunacht
– Gay-Thriller: Verborgener Feid (mal keine Reihe):
http://www.fanfiktion.de/s/51c484a400032…rborgener-Feind
– Fantasy / Steam-Fantasy: Night’s End (derzeit arbeite ich an dem Roman „Die blaue Phiole“ für den Incubus-Verlag, der 2015 erscheinen soll)
– und Horror: http://www.fanfiktion.de/s/52062bc400032…puren-im-Schnee

StS: Wie stimmst Du Dich auf einen „Schreibtag“ ein?
Brauchst Du vollkommene Ruhe? Einen bestimmten Platz?
TM: Ruhe ist von Vorteil. Was mich „kirre“ macht, ist das Klappern einer anderen Tastatur. Solche Geräusche bringen mich aus dem Konzept.
In erster Linie hocke ich zu Hause auf dem Sofa, den Laptop auf den Knien und Punk in den Ohren. Rechts und links liegt eine Katze, und die zwei Meeries balgen oder schlafen, wenn sie nicht gerade fressen.
Generell kann ich nahezu überall arbeiten, solange ich Strom habe (mein Laptop-Akku gibt unterdessen nach 30 Minuten den Geist auf). Notfalls muss die Musik eben lauter sein als alles andere.

StS: Was rätst Du denjenigen, die selber schreiben und auf eine Veröffentlichung hinauswollen?
TM: Plant gut, haltet euch an die gängigen Regeln, bedrängt Verlage nicht, besonders Großverlage schmeißen alles Unverlangte ohne hineinzulesen weg. Fallt nicht auf Kostenzuschussverlage rein. Wenn ein Verlag damit wirbt, dass er kein Geld für den Druck verlangt, aber für Lektorat, Layout, etc., brecht gleich den Kontakt ab. Das ist unseriös. Hier könnt ihr euch dazu informieren: http://www.aktionsbuendnis-faire-verlage.com/
Schreibt am Besten die Texte gleich in Manuskriptseitenformat (könnt ihr hier herunterladen http://www.literaturcafe.de/normseite-do…rlage-download/), arbeitet mit Exposés und recherchiert gründlich, sonst kann es schnell ziemlich peinlich werden.

StS: Wie man auf diversen Fotos sehen kann, hast auch Du eine Verbindung zur schwarzen Szene. Was begeistert Dich an dieser und was macht sie in Deinen Augen besonders?
TM: Unterdessen ist es eher wieder die Punk-Szene. Das „anders“ sein ist einer der Gründe, die Möglichkeit frei zu denken und seine Gedanken entsprechend in Worte zu fassen, der Hauch des leicht Makaberen, die Art der Menschen, die Offenheit und das Verständnis (jetzt eher wieder im Punk). Generell mag ich auch die Musik und die Klamotten, aber wie Diana, die Betreiberin des letzten großen Goth-Shops in Wiesbaden schon zu mir meinte: Du bist nicht konform sondern einfach nur Du.
Damit ecke ich bei den Hardcore-Goth an. Das missfällt mir an der schwarzen Szene. Aber die meisten Goth sind offen und toleranter als Außenstehende annehmen. Deswegen mache ich mir auch keinen Stress, damit allzu konform zu sein. Ich hänge zwischen Goth und Punk. Das ist schon ganz okay so.

StS: Gibt es Deinerseits Musik- oder Literaturempfehlungen, die die Leser noch interessieren könnten?
TM: Vielleicht als kleiner Hinweis zu „Glasseelen“: Während des Schreibens habe ich fast ausschließlich im Hintergrund „Mortem Vlad Art“ und „Chaostar“ laufen gehabt. Die Musik passt wirklich gut. Klar – natürlich wäre es wirklich schön, wenn man E.T.A. Hoffmanns „Der Sandmann“ und diverse seiner Werke gelesen hat.
Für „Der Rebell“ ist eigentlich nichts zwingende Grundlage. Olli ist Punk- und Alternative-Fan. Bei ihm werden Bandshirts erwähnt. Punk ist aber nicht jedermanns Sache.
Generell findet ihr aber einiges (unter anderem Mucke und Klamotten) hier: http://www.nix-gut.de/
Das Buch „Der Vampyr“ kann ich sehr empfehlen. Leider gibt es die Ausgabe, die ich habe, nicht mehr. Einige der Geschichten haben mich damals sehr beeindruckt. Die Geschichte um die Katzen in Italien und der Empuse sind mir am nachhaltigsten in Erinnerung geblieben.
Generelle Empfehlungen? Ganz ehrlich? Jeder hat seine persönlichen Favoriten. Was der eine liebt, kann der andere nicht verstehen oder hasst es.

StS: Was liest Du selber gern? Gibt es ein Buch, das Du schon unendlich viele Male gelesen hast?
TM: Derzeit sind es Sachbücher. Was ich schon mehrfach gelesen habe, ist „Spiegelzeit“ Wolfgang Holbein.
Generell liebe ich Thriller, Mystery, Horror, Steampunk, Gay und alles Mögliche aus dem Bereich Klassik / Belletristik. Fantasy ist schon seit Jahren gar nicht mehr so ganz meine Welt. Deswegen schreibe ich auch gerade einen Steam-Fantasy-Krimi.

StS: Was macht Tanja Meurer, wenn sie nicht schreibt?
TM: Arbeiten gehen, wie wahrscheinlich die meisten Autoren. Wie erwähnt bin ich aus dem Baugewerbe und arbeite seit 2004 als Dokumentationsassistentin in einem entsprechenden Konzern. Der Job ist eigen, sehr spezialisiert. Viel von meinem Bauhintergrundwissen wird eigentlich nicht mehr verlangt. Manchmal vermisse ich den alten Baujob. Andererseits, wenn ich mein Gehalt ansehe, bin ich wiederum nicht böse um den jetzigen Job.
Nebenberuflich arbeite ich noch als freie Illustratorin, oft auch zusammen mit meiner Partnerin Juliane Seidel. Wir teilen uns so auf: Zeichnungen Tanja, PC-Colo / Layout Jule. Ihr findet uns unter http://www.vee-jas.de und unter http://www.tanja-meurer.de und http://www.juliane-seidel.de
In meiner Freizeit sind Rollenspiel, Filme (besonders viele alte Filme), Bücher und Zeichnen fällig.

StS: Dein Lebensmotto?
TM: Kopf hoch, es geht immer weiter! Aber danach leben alle Menschen, denke ich.

StS: Vielen Dank für das Interview, liebe Tanja. Hast Du noch ein paar abschließende Worte für die Leser?
TM: Lebt euer Leben wie ihr es wollt. Macht nichts an Konventionen und Ängsten fest, die euch in Rollen zwängen, in denen ihr euch nicht wohl fühlt und unglücklich seid. Lasst euch nicht von Modeerscheinungen euer Leben diktieren, das ist alles immer nur von kurzer Dauer und vollkommen nebensächlich. Seid stolz auf euch und haltet den Kopf oben. Letztlich zählt nur der Mensch und die Menschlichkeit.

(Das Interview erscheint auch im Webzine von http://www.schwarzesbayern.de)

Interview mit Autor Michael Schmid


In letzter Zeit bin ich immer wieder über verschiedene Rezensionen zu dem Buch „Fragmente des Wahns“ gestolpert. Im Moment bilde ich mir selber eine Meinung, wie meine Beurteilung ausfällt, erfahrt ihr bald hier auf SchwarzesBayern.de.
Der Autor Michael Schmid hat sich die Zeit genommen, um ein paar Fragen über sein Erstlingswerk und seine Ideen zu beantworten.

Likiwing: Dein erster Psychothriller „Fragmente des Wahns“ erschien im Januar 2012. Kannst Du uns einen kurzen Einblick in das Buch geben?

Michael Schmid: Gerne doch. Hauptsächlich geht es in meinem ersten Thriller um den Protagonisten Alex, dessen Leben nach einem Autounfall eine sehr gravierende Veränderung erlebt. Welche genau und warum, muss der Leser natürlich selbst hausfinden. Nur soviel sei gesagt, die Auflösung wird euch überraschen.

L: Woher hast Du die Idee genommen?

M.S.: Sie kam mir beim Lesen eines Thrillers. Ich hab mir während des Lesens Gedanken darüber gemacht, warum dem Protagonisten das alles passiert und als die Auflösung dann anders war, dachte ich mir, daraus könnte man dennoch einen guten Thriller machen. So entstand die Grundidee zu „Fragmente des Wahns“.

L: Überlegst Du Dir die Geschichten genau, machst Dir Stichpunkte? Oder schreibst Du einfach drauf los?

M.S.: So ganz pauschal kann man das bei mir nicht sagen, ist von Idee zu Idee und Buch zu Buch natürlich immer etwas anders, aber was ich auf jeden Fall brauche, bevor ich zu schreiben beginne, ist der Anfang, das Ende und einige wichtige Fixpunkte der Geschichte. Das Drumherum und Dazwischen darf dann ruhig auch mal während des Schreibens entstehen.

L: Du arbeitest gerade an Deinem zweiten Thriller. Kannst Du uns schon ein paar kleine Details dazu sagen?

M.S.: Ach, ein bisschen Hunger machen geht immer. Also geschrieben ist er schon. Ich bin jetzt bei der letzten Überarbeitung, ehe es ins Lektorat des Verlags geht. Und worum gehts? Tja, DAS sei noch nicht verraten, nur so viel: Es gibt diesmal sieben Handlungsstränge, die parallel laufen und er ist definitiv um einiges „härter“. Seid gespannt!

L: Wann soll er denn veröffentlich werden?

M.S.: Angesetzt ist Frühjahr 2013. Erscheinen wird er im Spielberg Verlag.

L: Auf mehreren Seiten kann man lesen, dass Du bereits mit 15 Jahren angefangen hast zu schreiben. Wie kommt ein Teenager auf so eine Idee?

M.S.: Ganz ehrlich? Es hat sich einfach entwickelt. Ich wollte schon früh meine eigenen Geschichten erzählen und habe dann mit Fanfictions angefangen. Mit der Zeit kamen dann eigene Ideen und diese wiederum haben sich ebenfalls weiterentwickelt, bis ich mich irgendwann an meinen ersten Thriller herantraute. Seitdem bin ich da wohl hängengeblieben.

L: Gab es da bereits Lieblingsautoren, denen Du nacheifern wolltest, oder die Dich verleitet haben, selber zum Stift zu greifen?

M.S.: Jein. Ich habe zu diesem Zeitpunkt viel Hohlbein gelesen, würde aber nicht sagen, dass er mich zum Schreiben gebracht hat. Was mich wirklich zum Schreiben brachte waren tatsächlich Fanfictions und diese meistens zu Mangas/Animes, welche ich zu diesem Zeitpunkt gelesen/verfolgt habe. Der Manga „Angel Sanctuary“ war dann übrigens die Inspiration für meine erste, längere Fantasy-Geschichte, die ich aber nie beendet oder veröffentlicht habe.

L: Um was ging es so in den ersten Kurzgeschichten?

M.S.: Wie oben bereits erwähnt hauptsächlich um eigene Episoden zu Serien, Mangas, Animes. Manchmal auch Dinge, die mich beschäftigten und die ich dann einfach zu Papier bringen musste, um mich daraufhin besser zu fühlen. Aber im Großen und Ganzen waren diese Kurzgeschichten wirklich nur ein Hobby und allein für mich bestimmt.

L: Verschiedene Themen oder warst Du schon von Beginn an dem Thriller verschrieben?

M.S.: Ich habe tatsächlich zuerst mit Fantasy begonnen und bin erst seit ein paar Jahren in den Thrillerbereich gewechselt. Ich will aber definitiv nicht mehr zurück.

L: Verbindet Dich etwas mit den Geschichten oder sind sie reine Fiktion?

M.S.: Natürlich gibt es immer wieder Elemente in meinen Thrillern, die etwas mit mir oder meinem näheren Umfeld zu tun haben. Nichtsdestotrotz bleibt alles Fiktion und hat nicht wirklich etwas mit einer realen Person zu tun. Kleines Beispiel: Alex mag zum Beispiel keine Schuhe oder Socken, geht am Liebsten barfuß. DAS ist eine Eigenart von mir, die ich Alex sozusagen ausgeliehen habe. Dennoch ist Alex keine 1 zu 1 Kopie von mir.

L: Brauchst Du beim Schreiben absolute Ruhe?

M.S.: Nein, aber ich muss mich schon konzentrieren können. Am Besten geht das dann mit einer guten Tasse Kaffee oder Tee, sowie passender Hintergrundmusik. Aber es muss definitiv nicht totenstill sein, damit ich in meine Schreibwelt eintauchen kann. Brauch ich zum Beispiel beim Lesen auch nicht unbedingt.

L: Hast Du einen Zeitplan; z.B. in zehn Tagen 100 Seiten schreiben?

M.S.: Nein … um Gottes Willen … NEIN !!! Ich bin wirklich froh, noch keinem Zeitdruck zu unterliegen, was das Schreiben an sich betrifft. Wo ich mich aber dann oft ranhalten muss und auch mal Deadlines stecke, ist bei der Überarbeitung. Schließlich muss der Verlag planen können.

L: Was tust Du gegen Schreibblockaden?

M.S.: Lesen, ausgehen, fernsehen. Einfach alles, was mir zu diesem Zeitpunkt große Freude bereitet. Wenn es nicht läuft, dann hilft es wirklich nichts, verbissen zu sein. Da muss dann einfach eine Auszeit her. Die Phase, wo man dann einfach wieder schreiben muss, kommt nämlich ganz schnell von ganz allein wieder und dann geht es auch meistens wunderbar weiter.

L: Was macht Michael Schmid in seiner Freizeit, wenn er mal nicht schreibt?

M.S.: Also einmal die Woche schaue ich auf jeden Fall immer, dass ich mich mit meinen Freunden treffe, was mir einfach sehr wichtig ist. Unter der Woche steht viel Arbeit an, und damit meine ich meinen Brotjob, nicht das Schreiben. Da will ich abends dann mehr auf dem Sofa entspannen, egal ob bei einem guten Buch oder Film. Und dann hat man ja auch noch die ganz alltäglichen Dinge, welche erledigt werden müssen, die auch an einem Autor nicht vorbeigehen. Leider …

L: Was für Bücher liest Du selber? Gibt es da derzeit ein Lieblingsbuch?

M.S.: Ich lese seit einigen Jahren fast nur noch Thriller und seit gut zwei Jahren vermehrt von deutschen Autoren. Lieblingsbuch kann ich wirklich keines nennen, wen dieses Thema stark interessiert, darf mir gerne auf Facebook folgen, da gebe ich relativ aktuell bekannt, was ich derzeit lese und wie es mir gefallen hat.

L: Hast Du Wünsche für die Zukunft? Hast Du die nächsten Ideen schon im Kopf?

M.S.: Ich habe jetzt erst vor einigen Wochen meinen neuen Autorenvertrag mit dem Spielberg Verlag unterschrieben und bin sehr zufrieden mit dieser neuen Zusammenarbeit, dass es wirklich keinen Grund gibt, diesbezüglich Wünsche für die Zukunft zu äußern. Ich habe bereits jetzt sehr treue Leser/innen und bekomme immer wieder nette Kommentare und Feedback, dass ich einfach nur weitermachen kann und will. Und um deine zweite Frage zu beantworten: Ja, die nächsten Ideen sind schon in meinem Kopf. Am dritten Thriller schreibe ich ja bereits und es stehen auch schon die Grundideen für zwei weitere Thriller. Ihr seht schon, so schnell werdet ihr mich nicht los.

L: Was rätst Du denjenigen, die selber schreiben und auf eine Veröffentlichung hinauswollen?

M.S.: Nicht aufzugeben! Wenn jemand wirklich schreiben will und der Meinung ist, dass es wert ist, veröffentlicht zu werden, dann soll er dranbleiben und nicht aufgeben. Auch mir wurde erst wieder vor einigen Monaten mitgeteilt, dass mein zweiter Thriller es nicht wert sei, veröffentlicht zu werden. Gott sei Dank war der Spielberg Verlag anderer Meinung und ich lasse wieder einmal die Leser entscheiden, ob meine Gedanken das gedruckte Papier wert sind.

L: Vielen Dank für das Interview Michael. Hast Du noch ein paar Worte zum Abschluss?

M.S.: Ich möchte mich an dieser Stelle recht herzlich für dieses Interview bedanken und zeitgleich bei all meinen Lesern. Ohne euch und eure aufmunternden Worte würde ich wohl noch öfter in Selbstmitleid versinken, als ich es ohnehin schon tue. Vielen Dank für eure tolle Unterstützung. Es geht auf jeden Fall weiter.

Leseprobe: Fragmente des Wahns