Rezension: René Junge – Legenden aus der Zwischenwelt


Packende Erlebnisselegendenausderzwischenwelt

In Kurzgeschichten möglichst viel zu verpacken ohne dabei den Leser zu überfordern ist keine einfache Sache. René Junge hat in seinem Buch „Legenden aus der Zwischenwelt“ fünf Geschichten zusammengefasst, die unterschiedlicher nicht sein können. Er zeigt mit diesen seine Vielfältigkeit in Sachen Kreativität und das wirklich sehr gut.
Animal inside:
Unglücklich mit seinem Liebesleben besorgt sich Ben im Internet ein Mittelchen, um die Libido seiner Frau anzukurbeln. Doch mit den Nebenwirkungen hat er nicht gerechnet.
Was zunächst aussieht wie ein wahr gewordener Männertraum entpuppt sich schnell als Albtraum. Die Geschichte liest sich flüssig, leider ist das Ende ein wenig vorhersehbar, aber sie hat mir dennoch ganz gut gefallen.
Stan:
Sehr abgedrehte Story um Stan, der ein Frauenmagnet zu sein scheint. Doch im Inneren des charmanten Mannes steckt ein verrückter Psychopath. Zu Beginn war ich etwas verwirrt, es ging mir alles zu schnell, zu viele Fakten und Szenen auf einmal, aber als ich mich eingelesen hatte, war ich fasziniert von der Geschichte. Die Idee gefiel mir sehr gut und der Ekelfaktor stieg ein bisschen an. Hier kann man sicherlich noch mehr daraus machen.
Dreamdevil:
Ein kleiner Junge, geplagt von Stimmen, landet bei einem Psychiater, um endlich geheilt zu werden. In Hypnose versetzt beginnt er den Kampf.
Diese Kurzgeschichte ist meine Lieblingsgeschichte in diesem Buch. Tragisch und spannend, absoluter Nervenkitzel. Ich finde, auch diese Geschichte hätte das Potenzial, zu einem längeren Text ausgebaut zu werden.
Unberührbar:
Tod allein durch Berührung? Nicht möglich? Durch diese Geschichte wird man eines Besseren belehrt. Sehr schöne Geschichte, die einem nicht selber passieren möchte.
Die Weltlosen:
Sie sind auf der Suche nach Nahrung, sie brechen bald durch das Portal, wenn Du sie nicht fütterst. Norah bekommt von ihrem Nachbarn eine sehr undankbare Aufgabe, die sie zunächst entsetzt, dann aber so begeistert, dass sie beginnt, Gefallen an der Fütterung zu finden. Und das Unheil nimmt seinen Lauf. Zunächst gestaltete sich das Lesen für mich ein wenig zäh und ich wusste lang nicht, worauf der Autor hinaus will. Das schürte natürlich meine Neugier und ich war überrascht, dass sich doch noch so eine gute Story dahinter verbarg.

Fazit: Eine Sammlung von Kurzgeschichten, die allesamt das Potenzial hätten, auch als Roman zu funktionieren. Sehr abwechslungs- und spannungsreich, einzigartig und überraschend. Das Lesen hat mir sehr viel Spaß gemacht. Hoffentlich legt der Autor bald nach!

5/5

Zum Autor:
Mit 14 Jahren machte der heute 38-jährige Hamburger seine ersten Schreibversuche. Sein erstes Buch, mit dem er wirklich zufrieden ist, heißt „Die Centerer“. Leider ist es nur als E-Book im Handel erhältlich, auf die Printausgabe müssen die Leser noch warten.

René Junge – Legenden aus der Zwischenwelt
Kindle Edition
ca. 105 Seiten
E-Book € 2,99

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