Rezension: Edward Lee – Das Schwein


das-schwein„Ich muss total BESCHEUERT sein!“

Leonard ist ein mittelloser Filmstudent, der von der großen Karriere träumt, sich aber mit skrupellosen Pornoproduzenten anlegt, die ihn zwingen in regelmäßigen Abständen neue Filme zu liefern. Doch von normalen Pornos kann keine Rede mehr sein, wenn ein Schwein, ein Schäferhund und zwei drogenabhängige, halbtote Prostituierte die Hauptrolle spielen.

„Das Schwein“ von Edward Lee ist das erste Buch aus der Extrem-Reihe des Festa Verlages. Es hat keine ISBN und ist nur über den Verlag erhältlich. Und warum, wird einem bereits beim Lesen des ersten Satzes klar. Lange hatte ich mich gescheut dieses Buch zu lesen, war mir ja nach „Bighead“ schon kotzübel und die diversen Meinungen zu dem Werk hielten mich auf Abstand. Aber wie es so ist, die Neugier siegte dann doch.
Wie schon gesagt, nach dem ersten Satz hätte ich es schon zur Seite legen wollen, doch nachdem ich ja auch „Bighead“ überstanden hatte, dachte ich mir: komm, ein paar Seiten gehen schon. Aus ein paar Seiten wurde dann das ganze Buch an einem Nachmittag.
Und Lee öffnet wieder alle Tore zur Geschmacklosigkeit. Mit Schwein und Schäferhund bricht er die letzten Tabus, ich ertappe mich dabei, wie ich angewidert einige Passagen einfach überfliege. Diese teils ausführlichen Beschreibungen waren einfach zu viel für mich. Große Literatur ist es ebenso wie „Bighead“ nicht, einfach eine Aneinanderreihung von bizarren, ekligen Szenen, die von sich von Seite zu Seite noch übertrumpfen. Etwas anderes hatte ich auch nicht erwartet. Mit den Charakteren kann und will ich mich gar nicht identifizieren. Ich verspürte weder Mitleid, noch Traurigkeit noch sonst eine Gefühlsregung, außer Ekel.
Der Schreibstil? Einfach, plump ohne große Umschweife geht es zur Sache, es gibt kein schmutziges, perveses Wort, was nicht fällt. Harter Tobak, nichts für zarte Gemüter. Überhaupt nichts! Entweder man kommt mit Lees Schilderungen zurecht, oder man lässt es einfach.
Das Einzige, mit dem Lee immer wieder überraschen kann, ist das Ende. So auch bei „Das Schwein“. Wieder saß ich kopfschüttelnd und amüsiert auf der Couch. Ideen hat der Mann, unglaublich. Ich habe mich immer wieder erinnern müssen: es ist nur ein Buch sonst nichts.

Fazit: Wieder entpuppte sich Lee als Unfall. Ich konnte einfach nicht aufhören zu lesen, auch wenn ich das Buch am liebsten wieder in das Regal gestellt hätte. Ich hoffte immer noch auf ein glimpfliches Ende und ich weiß, dass das ziemlich naiv ist. Aber der Ausgang der Geschichte belohnte mein Durchhalten, diese absurde Idee und die Umsetzung war einfach klasse. Mal sehen, was Lee noch so in seinem Gehirn gespeichert hat. Ich werde es wohl doch nicht lassen können, seine „Werke“ zu lesen.

3/5

Edward Lee – Das Schwein
Festa Verlag
160 Seiten
ab 18 Jahren!
€ 14,80

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Eine Antwort zu “Rezension: Edward Lee – Das Schwein

  1. Danke das es Menschen gibt denen es genau so geht wie mir:-)

    Freunde sagen zu mir: Ihhhhhggg Wie kannst du nur so etwas lesen….

    Und was will man darauf auch schon antworten?!

    Ich kann mich in keinster Weise damit identifizieren

    Der Schreibstil ist auch nicht nennenswert.

    Aber der komplette abnormale Ekel der von ganz unten unter den Zehennägel empor kriecht und sich mit einer Geschwindigkeit voran treibt die einem die Schweißperlen auf die Stirn treiben und das Herz zum rasen bringt.
    Lässt mich immer wieder zu Lee’s Werken greifen und ich habe den drang …nein..den ZWANG ,jedes seiner Bücher zu verschlingen.

    Das Lee auch etwas anders kann, habe ich in der Inferno reihe deutlich gemerkt.
    Mit mehr Fantasie und weniger Horror kann er auch umgehen.

    Das limitierte Buch „Selenfresser“ ist auch sehr zu empfehlen.

    Alles in allem kann man sagen:

    Hassen oder Lieben dazwischen gibt es nichts!!!!!!!

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