Filmreview: Hitchcock (Kinostart 14.03.2013)


Geduld und Überzeugung

Alfred Hitchcock hat in seiner Karriere als Filmemacher Großes geleistet. An die 60 Filme sind entstanden und vieleHitchcock_film_poster hatten weltweiten Erfolg. Der Film „Hitchcock“ erzählt von der Entstehung seines Meisterwerkes „Psycho“. Wie er zu der Idee kam, die Auswahl der Schauspieler. Die Filmbranche ist dem gegenüber sehr skeptisch eingestellt und versagt ihm die Finanzierung. Seine Frau und einige andere treue Seelen glauben an ihn und geben ihm die gewünschte Unterstützung und den Halt.

„Hitchcock“ ist ein grandioser Film, der die Sorgen und Gedanken Hitchcocks sehr gut darstellt. Er wirkt hin und wieder sehr einsam und ängstlich und doch strotzt er vor Energie und Kraft, versucht seine Ideen um- und durchzusetzen. Nicht ganz einfach, wenn man bedenkt, dass er die Finanzierung zu seinem neuen Werk allein übernehmen muss und viele Skeptiker im Nacken sitzen hat. Er ist überzeugt von dem Drehbuch und sieht den Erfolg bereits vor sich. Die Hoffnung gibt er nicht auf. Seine Frau ist sein ganz großer Halt, sie sagt ihm die Meinung, auch wenn sie mal negativ ausfällt, dennoch unterstützt sie ihn mit allen Mitteln. Doch selbst scheint sie ein wenig zu kurz zu kommen, sie sucht Zuflucht in der Schreiberei und einem anderen Mann. Ja, auch die Hitchcocks hatten anscheinend ganz alltägliche Eheprobleme, sei es das Gewicht, die Putzerei, der Garten oder Eifersucht. Ganz normale Menschen eben, die auch mit Brotzeitkörbchen in die Arbeit gehen.

Sie hätten keinen besseren finden können als Anthony Hopkins. Er verkörpert das Genie und den Wahnsinn so gut, man könnte tatsächlich denken, Hitchcock selber spielt diese Rolle. Die Maske perfekt, ebenso Mimik und Körperhaltung. Da muss man schon ganz genau hinschauen. Hopkins versteht sein Geschäft, hat er doch schon andere große Persönlichkeiten darstellen dürfen. Auch die restliche Besetzung kann sich sehen lassen. Helen Mirren als Ehefrau Alma, die ebenfalls in ihrer Rolle und den unterschiedlichen Emotionen glänzt. Scarlett Johansson und Jessica Biel als Filmdarstellerinnen überzeugen mit viel Ausstrahlung und Können. Für ein bisschen Grusel sorgen vereinzelte Sequenzen aus dem fertigen Film, bzw. aus dem Leben des Massenmörders Ed Gein, der auch hin und wieder als Halluzination auftaucht und Hitchcock ermutigt.

Ein toll inszinierter Film, für alle Hitchcock Fans zu empfehlen, da er eine sehr außergewöhnlich emotionale Seite des Mannes zeigt. Es ist eine Biographie also anspruchsvoll. Wer auf Knallereien und Action aus ist, ist hier total fehl am Platz. Lasst euch in die Welt der 50 er und 60 er Jahre entführen, ihr seid schneller dabei, als vielleicht zunächst angenommen.

Kinostart: 14.03.2013
Regie: Sacha Gervasi
Erscheinungsjahr: 2012 USA
Besetzung: Anthony Hopkins, Helen Mirren, Scarlett Johansson u.v.m.
Genre: Filmkomödie, Thriller, Filmdrama, Filmbiografie

Trailer: 

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Eine Antwort zu “Filmreview: Hitchcock (Kinostart 14.03.2013)

  1. Schön, dass du diesen Film auch so empfindest wie ich.
    Schade, dass so wenig andere Menschen Interesse daran zeigen.
    Ich fand die Besetzung der Rollen auch toll, nur Anthony Perkins war etwas arg farblos. Ich als großer Perkins-Fan hätte mehr erwartet als einen unsicher lächelnden Mann, dem man Homosexualität hinter dem Rücken nachsagt (na ja, Recht hatte sie ja.)
    Alles in allem ein interessanter Film, jenseits der reißerischen Actionfilme.

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