Rezension: Johanna Wiesner – Nebelgrund


„Du hast sie im Stich gelassen!“

Jaque Buchner hat den Ersten Weltkrieg überstanden und kehrt auf Wunsch des heimischen Paters in sein Heimatdorf zurück. Doch in der alten heruntergekommenen Familienvilla plagen ihn bald die Erinnerungen aus seiner Kindheit. Vor 20 Jahren kamen seine Schwester und zwei weitere Mädchen grausam ums Leben. Fremde Stimmen und Visionen im Kopf deuten darauf hin, dass sich das fürchterliche Verbrechen wiederholen wird. Die Witwe Anna unterstützt ihn im Kampf gegen das Monster, welches seit Jahrzehnten nur auf diesen Moment gewartet hat. nebelgrund1

Die Autorin Johanna Wiesner bat mich um die Rezension zu diesem Buch. Zunächst war ich ein bisschen skeptisch, als ich historischer Schauerroman las. Für Schauer bin ich gern zu haben, historische Geschichten sind nicht so wirklich mein Gebiet. Aber diese Mischung interessierte mich und ich tauchte ein in das Geschehen Anfang der 1920er Jahre. Bereits nach den ersten Seiten hatte mich der bayrische Winter gefangen, ebenso die Sorgen der Menschen nach dem Ersten Weltkrieg. Hunger und Inflation werfen einen dunklen Schatten auf das Leben.  
Jaque ist mittellos, mit nur wenig Geld in den Taschen und ohne Job macht er sich daran sein Leben wieder aufzubauen, für sich und seine Nichte. Viel Unterstützung bekommt er nicht im Dorf, hat viele Leute im Nacken sitzen, die ihm nicht gut gesinnt sind und ihm seinen Umgang zu der Anna verbieten wollen, die ein dunkles Geheimnis mit sich trägt. Einfach hat er es nicht, ich konnte sehr gut mitfühlen, seine Ängste und Sorgen gut verstehen, will er doch nur das Beste. Und dann setzen die Stimmen und Visionen ein, die ihn von der Realität entfernen in eine andere, mystische Welt voller Okkultismus. Für mich als Leser war es sehr interessant soviel zu erfahren über Runen, das Alphabet Futhark und die unterschiedlichen Bedeutungen, die sich hinter den Zeichen verbergen. Hier merkt man deutlich, wie sehr sich die Autorin damit befasst hat und wie viel Wert sie auf richtige Recherchen legt. Das Buch fesselte mich gerade deswegen wahnsinnig, es hatte alles zu bieten, was das Herz begehrt. Schwierige Familienverhältnisse, Herzschmerz und Liebesgeschichte, historische und mystische Elemente, sowie die richtige Portion an Horror, Schauer und Blut. Zum Ende hin sollte sich der Leser aber sehr stark konzentrieren, denn es geht weit weg von der Realität, tiefer ins Okkulte hinein. Hier könnte man leicht den Faden verlieren, doch dranbleiben lohnt sich. Und wer meint, das Ende zu kennen, der wird eine Überraschung erleben.

Fazit: Ein sehr tolles Buch, mit sehr starken Persönlichkeiten, die alle auf ihre Weise berührten, faszinierten oder schockierten. Die Geschichte ist sehr gut gelungen und recherchiert. Die Autorin hat sicherlich sehr viele Stunden über diverser Literatur gehangen. Ganz großes Lob hier an die Ausdauer und die ausführlichen Erklärungen. Für mich ein großartiges Werk, das ich sehr gerne weiterempfehlen möchte, gerade dann, wenn man mal etwas anderes lesen möchte, vor allem weil es sehr kreativ und ausgefeilt ist. Meine Erwartungen hat es weit übertroffen. Ich bedanke mich ganz herzlich bei der Schriftstellerin. Sie hat mir wirklich sehr interessante und spannende Stunden geboten.

5/5

Autor: Johanna Wiesner
E-Book (Kindle Edition)
394 Seiten
Euro 2,99

Amazon

 

Ich hatte dieses Buch ausgwählt für die Challenge meiner lieben Freundin Vero. Es galt nun für mich ein passendes Gericht zu der Story zu finden und ich entschied mich für eine Kartoffelsuppe. In den zwanziger Jahren hatten die Menschen nicht viel, durch die Inflation sind die Preise für Lebensmittel enorm gestiegen, so mussten sie auf einfache Lebensmittel zurückgreifen. Hier mein Süppchen:

Kartoffelsuppe:

Kartoffel schälen, klein würfeln, in einen großen Kochtopf geben und mit Wasser bedecken. Wenn die Kartoffeln fast weich gekocht sind kommen noch hinzu: Speck, Wiener, Lauch und Knoblauch. Dann alles noch gut würzen mit Pfeffer, Salz und Muskatnuss.

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Eine Antwort zu “Rezension: Johanna Wiesner – Nebelgrund

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