Türkei Tag 4: Uchisar und Teppichfabrik


20*20 Knoten

Ein neuer Tag stand an, wieder mit viel Informationen bepackt. Unser Reiseleiter führte uns nach Uchisar ins Taubental. Der Name sagt eigentlich schon alles. Uchisar zählt circa 1000 Einwohner und wird dominiert von einem 60 Meter hohem Burgfelsen, in dem früher selbst 1000 Leute wohnten. Heute lebt  keiner mehr in den unterirdischen verwinkelten Gängen. Umringt wird die Stadt von einem Tal in dessen Bergketten zahlreiche Taubenschläge zu sehen sind. Zur damaligen Zeit nutzten die Bewohner den Kot der Tauben zum Düngen der Felder. Ein Naturstoff, der sehr beliebt und begehrt war und so einfach zu holen.

Wer sich im Vorfeld bereits ein wenig erkundigt hatte, im Internet gibt es ja recht viel über die Rundreisen zu lesen, der wusste auch das Besuche in Teppich,- Leder- und Schmuckfabriken kommen würden. Unsere erste Station war eine Teppichknüpferei. Der Besitzer erzählte uns, wie sich das Geschäft in den letzten Jahren entwickelt hat, beschrieb uns die Vorgehensweisen des Knüpfens, auf was die Damen zu achten haben und mit welchen Stoffen sie arbeiten. An einigen Seidenteppichen, die vielleicht gerade mal 30×30 cm messen, arbeiten sie teilweise bis zu 8 Monaten, je nachdem wie dünn die Seide ist und wieviel Knoten pro cm² geknüpft werden. Umso mehr Knoten, desto qualitativ hochwertiger und teurer ist der Teppich. Die Demonstration einzelner Stücke unterlegte der Fabrikbesitzer immer mit einer netten Geschichte, sein Verkaufstalent versteckte er so sehr geschickt. Nach einem Caj und Raki kamen dann die Berater, wie Unkraut aus dem Boden geschossen, aus dem Nebenraum und nahmen die Gäste in Beschlag. Sie waren aber allesamt sehr nett und überhaupt nicht aufdringlich. Natürlich wollen sie ihr Geschäft machen und versuchen zu locken, doch wenn man nicht möchte, dann zwingen sie auch keinen dazu. Schließlich ist jeder alt genug um NEIN sagen zu können.

Am Nachmittag ging es in das Derbental mit den Feenkaminen. Man nennt dieses Tal auch gern „Love Valley“, weil die Gesteinsformationen ein wenig an Phallussymbole erinnern. Wie kommen diese zustande? Wikipedia sagt: Bei Ausbrüchen der Vulkane Erciyes Dağı im Osten und Hasan Dağı im Südwesten der Region wurden seit dem Zeitalter des Neogens (Jungtertiär) vor gut 20 Millionen Jahren infolge der Eruptionen solche Mengen an Staub, Asche und Gestein ausgespieen, dass weite umliegende Landstriche hierdurch zahlreiche Meter hoch bedeckt wurden. Insbesondere aus den Staub- und Ascheablagerungen bildete sich im Laufe der Jahrmillionen eine Schicht aus dem sehr weichen Tuffstein, die in der Folgezeit bis in die heutigen Tage überwiegend durch Wind- oder Wassererosion wieder abgetragen wurde. An jenen Stellen, wo über der Tuffschicht härteres und somit erosionsbeständigeres Gestein abgelagert wurde, blieb der darunter liegende Tuffstein zumindest teilweise von erosionsbedingten Abtragungen verschont. So haben sich im Laufe der Zeit die heute zumindest in bestimmten Gebieten Kappadokiens das Landschaftsbild prägenden Feenkamine herausgebildet. 
Wenn man genau hinschaut, kann man mit viel Fantasie auch andere Formen erkennen, Hasen, Schnecken, Kamel oder ein Gorilla. Mit Kindern bestimmt ein Spaß.

Am Abend stand uns ein türkischer Abend bevor. Und Getränke sollten nichts kosten. Unsere Reisegruppe freute sich darauf, ein paar Männer hofften auf eine Bauchtänzerin. Zu traditioneller türkischer Musik tanzten die jungen Türken. Gefeiert wurde die Ernte oder man konnte miterleben, wie ein Mann um seine zukünftige Frau warb. Die Stimmung war sehr ausgelassen und mit viel Applaus wurden die Tanzgruppe belohnt. Die Bauchtänzerin war genauso wie man sie sich vorstellt. Da war alles dran, was sein musste. Sie war wunderbar, schwang die Hüften und setzte ihre Kurven sehr gut in Szene. Ein Genuss für das Auge. Zur allgemeinen Belustigung mussten auch ein paar Gäste dran glauben und zeigen, was sie mit ihren Hüften vollbringen können. Dem einen gelang es besser, dem anderen weniger. Aber sehr amüsant zum anschauen. Ein sehr schöner Abschluss, denn am nächsten Tag sollte es wieder zurückgehen nach Antalya.

Mit der Reisegruppe hatten wir wirklich viel Glück, sie war sehr gut zusammengewürfelt. Auf der Heimfahrt wurde deutsches Liedgut angestimmt und diesmal schaute der Reiseleiter schmunzelnd dabei zu.

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Eine Antwort zu “Türkei Tag 4: Uchisar und Teppichfabrik

  1. Ich habe Deinen Bericht mit großem Vergnügen gelesen, ich bin stolz darauf, dabei gewesen zu sein und freue mich auf die restlichen Tage!

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