Türkei Tag 3: Cavusin und Göreme


Was macht ein Grieche in der Türkei?

Früh aufstehen war an Tag 3 angesagt, denn auf mich wartete ein tolles Erlebnis. Für schlappe 150 Euro konnten die Gäste im Hotel eine Ballonfahrt buchen und ich habe das getan. Für den Sonnenaufgang allerdings waren wir schon etwas zu spät dran, aber den Ausblick, den wir genießen konnten, war absoluter Wahnsinn. 24 Leute zwängten sich in den Ballonkorb, die Kameras im Anschlag. Und dann ging es in die Höhe. Die Landschaft, die sich uns zeigte, war beeindruckend, deutlich konnte man in den Bergen die Erosionsschichten erkennen. Das Wetter war mehr als optimal, fast windstill und viel Sonnenschein.  Unser Pilot, ein Grieche, der seit vier Jahren in der Türkei das Geschäft betreibt, erzählte uns sehr viel über die Gebiete, die wir überflogen. Die Stadt Cavusin z.B., die Menschen dort lebten in den Felsen, hatten dort ihre Wohnungen, die zu jeder Jahreszeit eine konstante Wärme von 8-11 Grad boten. 1963 gab es in der Gegend ein schweres Erdbeben und der größte Teil der Stadt wurde zerstört. Sie errichteten einfach ein paar Meter entfernt wieder eine neue Stadt. Das Gebiet rund im Göreme einschließlich Cavusin wurde 1985 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Man kann aber, wenn man genug Geld in der Tasche hat auch einige Teile der zerstörten Stadt kaufen und wieder aufbauen, jedoch nur mit dem herkömmlichen Material und das ist nicht billig. Am Nachmittag besichtigten wir die Reste noch genauer u.a. findet sich da auch die älteste Höhlenkirche Kappadokiens, die Johanneskirche. 

Nach der Landung bekam jeder der Gäste noch ein Zertifikat und ein Glas Sekt zusammen mit einem kleinen Frühstück. Ich kann es jedem nur empfehlen so eine Fahrt mitzumachen. Es ist ein Traum.

Im Hotel gab es nur ein schnelles kurzes Frühstück, denn der Bus und der Reiseleiter standen bereits in den Startlöchern. Es ging nach Göreme, ebenfalls eine kleine Felsenstadt, in der die frühen Christen ihren Anfang hatten. Paulus z.B. ließ sich während seiner Reisen dort nieder. Die großen „Felshäuser“ boten Platz für 12 Mönche. Im unteren Teil konnte man Lager, Küche und Speisekammer besichtigen. In den oberen Stockwerken finden sich die Schlafgemächer. Auch hier konnte man einen Blick in die zahlreichen Kirchen werfen, die noch sehr gut erhalten sind und mit ihren Fresken an den Wänden ihre Geschichte erzählen. Wieder konnte der Reiseleiter mit seinem Wissen punkten, keine Frage blieb unbeantwortet, egal in welche Richtung und Zeit.

Am Abend bekamen wir die Gelegenheit, bei einem Ritual der Derwische dabei zu sein. Zu Beginn hören wir nur die Instrumente und Gesang. Die Lobpreisung findet statt. Die Zeremonie besteht aus sieben Teilen. Erst zum fünften betreten die tanzenden Derwische das Podest. Sie reden nicht miteinander, sind leise und vollführen ihre Begrüßungen untereinander. Dann gehen sie in ihren Tanz über, öffnen die verschränkten Arme gen Himmel und nehmen ihre Positionen ein. Sie drehen und drehen sich, der eine schneller, der andere langsamer, die Augen sind halb geschlossen und man sieht ihnen eine gewisse Entspannung an. Das Ritual dauert circa eine Stunde, der ein oder andere Gast hat sich in Trance geschlafen und bekommt nichts mehr mit. Wenn man in dieser Gegend ist, sollte man sich das mal ansehen, wie geschmeidig sie über die Fläche schweben. Zum Schluss darf man auch fotografieren und nur mit einer Verbeugung verlassen sie anschließend den kleinen Kellerraum. Applaudieren ist verboten und so erheben wir uns auch irgendwie entspannt von den Sitzen und kehren zum Hotel zurück.

Ein weiterer Tag, der zu Ende geht und wieder sehr viele Informationen parat hatte, die es nun galt zu verarbeiten. Eine eindrucksvolle Gegend mit Geschichte. Und immer mehr wird mir klar, das die Türkei noch viel mehr zu bieten hat als nur Kebap und Caj.

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