Türkei Tag 1 Ausflug nach Aspendos


Akustik oder Amphi?

 Nachdem ich genüsslich ausschlafen konnte und mich das tolle Frühstücksbuffet gesättigt hatte, lockten mich die Wellen des Meeres zu einem kurzen Strandspaziergang. Die Sonne schien, der Wind pfiff um die Ohren und warf die Wellen auf. Einige dunkle Wolken drohten mit Regen, verzogen sich aber langsam über das Meer. Der Strand lud allerdings nicht wirklich zum baden und Sonne haschen ein, überall lagen jede Menge Treibgut, Flaschen, kaputte Stühle und etliche Schuhe herum. Die einzelnen Hotelstrandbars wirkten verwahrlost und schienen seit Jahren nicht benutzt, aber Februar ist einfach keine Saison, in ein paar Monaten wird der Strand von Antalya sicherlich wieder in vollster Blüte stehen. So konnte sich aber meine fotografische Leidenschaft voll austoben.

Der Reiseleiter führte die Gruppe in das 40 Kilometer entfernte Aspendos. Zur damaligen Zeit eine der bekanntesten Hafenstädte, die durch den Fluss Eurymedon zugänglich war. Heute ist nur noch das Theater, einzelne Fragmente eines Aquädukts und die Eurymedonbrücke erhalten geblieben, die Stadt selber wurde nie ausgegraben. Bei der Brücke konnte man sogar noch einen Rest der alten bestaunen, die im vierten Jahrhundert den Fluss überquerte. Zerstört wurde sie von dem großen Erdbeben 363 n. Chr. Im 13. Jahrhundert errichteten die Seldschuken eine neue Brücke, die immer wieder durch Restaurationen gepflegt und gehegt wird. Der Fluss wird heute nicht mehr befahren, die reißenden Fluten und großen Steine machen es unmöglich. Im Umland kann der Reisende noch einzelne Fragmente eines Aquädukts erkennen, das die damalige Wasserversorgung garantieren sollte.

Das Aspendostheater diente früher unter anderem auch als Karawanserei und ist deswegen noch so gut erhalten, weil es stetig repariert wurde. Es sollte ja schließlich den Karawanen Schutz und Unterschlupf bieten. Entgegen vieler Meinungen und Erwähnungen gilt das Theater nicht als Amphi- sondern als Akustiktheater. Der Unterschied? Ein Amphitheater ist rund, von der Arena aus hat man einen 360 Grad Blick auf die Zuschauerränge, wie z.B. das Kolloseum in Rom. Das Akustiktheater, so wie das von Aspendos ist halbrund, die Bankreihen der Zuschauer sind geschwungen gestalten, so dass der Klang in den oberen Reihen noch genauso gut zu hören ist, wie in den unteren. Noch heute finden dort Ballett- und Opernveranstaltungen statt. Ein gewaltiges Monument in einem sehr guten Zustand.

Reiseleiter Merdan verblüffte bereits am ersten Tag die Gäste mit seinem Wissen. Er hat studiert, seine Erklärungen verknüpft er gerne mit einer Geschichte, einer Sage, so dass es nicht nur um reine Fakten geht. Langeweile kam so gar nicht erst auf. Und das sollte sich auch in den nächsten Tagen nicht ändern.

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