Rezension: Sabine Thiesler – Bewusstlos


Ein Mörder im Suff?

Raffael scheint ein netter junger Kerl zu sein, er arbeitet hart als Bühnentechniker, wohnt bei einer netten alten Dame, der er bei Hausarbeiten und Einkäufen behilflich ist. Doch eines Tages erwacht er in seinem Bett mit blutigen Klamotten an seinem Leib. Er kann sich an nichts erinnern, der Alkohol scheint ihn immer öfters zu einem unberechenbaren Mann zu machen und langsam verliert er die Kontrolle. Bewusstlos von Sabine Thiesler

Bei den Neuerscheinungen im Januar bin ich unter anderem über dieses Buch gestolpert und schon lange wollte ich eines von Sabine Thiesler lesen. Da kam mir dieses gerade recht.
Das Buch dreht sich komplett um Raffael. Er ist ein sehr verletzter und wütender Mann, der in der Vergangenheit sehr viel mitmachen musste und vielleicht deswegen dem Alkohol zum Opfer fiel, um vergessen zu können. Er schwankt stark in seinem Gemüt, er kann liebevoll und rücksichtsvoll mit seinen Mitmenschen umgehen oder aber das Böse packt ihn und er wird gewalttätig. Für mich entwickelte er sich hauptsächlich in den ersten 20 Kapiteln immer mehr zu einem richtigen Arschloch ohne Gefühle. Dann begibt er sich auf eine Reise, um mit seiner Vergangenheit reinen Tisch zu machen. Ich kam mir vor, als würde ich ein neues Buch anfangen, ganz abrupt endet sein Leben in Berlin. So hört man auch ab der Hälfte des Buches nichts mehr von den laufenden Ermittlungen aus Hauptstadt, denn die Blutspuren an seiner Kleidung stammen nicht von ihm oder einem Tier. Irgendwie hatte ich bis zum Ende darauf gewartet, dass die Kommissare noch mal auftauchen, leider war dem nicht so. Stattdessen neues Land, neue Probleme, neue Akteure.
Spannend und fesselnd war dieser Thriller auf jeden Fall, es gab viele Überraschungen und Wendungen, wie z.B. der Wechsel des Handlungsortes. Ich hätte mir allerdings nicht ganz soviele gewünscht, vielleicht hätte man aus diesen beiden „Geschichten“ zwei Romane machen können. Es wirkte ein wenig zusammengeschustert auf mich und das Ende war total vorhersehbar.

Insgesamt hat es mir gefallen, gerade der Schreibstil und die Neugier haben mich das Buch dann fertig lesen lassen,  aber richtig begeistern konnte es mich leider nicht.

3/5

Autor: Sabine Thiesler
Heyne Verlag (14.01.2013)
512 Seiten

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