Rezension: Jack Ketchum – Wahnsinn


Auf der Suche nach Gerechtigkeit

Quelle: Randomhouse.de

Lydia und Arthur wachsen in der gleichen Stadt auf, besuchen dieselbe Schule ohne aneinander Interesse zu finden. Jahre später treffen sie sich, lernen sich besser kennen und lieben. Das Glück wird gekrönt mit der Geburt ihres Sohnes Robert. Doch der Junge beginnt sich zu verändern, zieht sich zurück und reagiert empfindlich auf Berührungen. Und er ist nicht der Einzige, der die Charakterzüge ändert. Arthur zeigt sein zweites Gesicht, die Gewalt kann er nicht mehr kontrollieren. Lydia hat Angst um ihren Sohn und sich selbst.

Jack Ketchum ist einer der beliebtesten Autoren der Horrorliteratur. Sein Einstieg mit Beutezeit verhalf ihm zu einem hervorragendem Ruf. Das es nicht immer um Metzelei, Kannibalismus und Schlachtereien gehen muss, zeigt er in dem Roman Wahnsinn.

Diesmal rechnet er mit einem anderen, noch schwerwiegenderem Thema ab: Dem Kindesmissbrauch und häuslicher Gewalt. Mit Wahnsinn zeigt er eine ganz andere Seite von sich selbst. Am Anfang des Buches wird der Leser mit verschiedenen Geschichten und Erlebnissen konfrontiert. Hier muss man sich sehr konzentrieren, um den Faden nicht zu verlieren. Doch wenn man einmal im Lesefluss ist, kann man sich nicht stoppen. Der Schreibstil, wie immer eine klare Linie. Er verzichtet diesmal stark auf Einzelheiten von sadistischen Handlungen, geht aber ausführlicher und detaillierter auf die Charaktere ein. Er schildert Empfindungen, Gedanken und den inneren Kampf des Sohnes sehr gut. Dieses Hin- und Hergerissen Sein zwischen Vater und Mutter ist für den kleinen Jungen ein wahrer Kampf. Ein Ketchum wäre aber kein Ketchum, wenn auch nicht hier Gewalt eine Rolle spielt. Es sind allerdings nur vereinzelte Passagen, die wirklich erschrecken und mich schaudern ließen. Doch manchmal braucht man klare Worte, um zum Nachdenken angeregt und wachgerüttelt zu werden. Ich war fasziniert von Lydia, eine sehr starke Frau mit einer mutigen und selbstbewussten Persönlichkeit, die keine Scheu zeigt, in den Widerstand zu gehen und für das zu kämpfen, was ihr wichtig ist. Ich wünschte mir, es würden mehr Frauen, die sich in so einer Situation befinden, den Mut haben, um aufzustehen und zu sagen: „Nein! Du tust uns nicht mehr weh!“ Wie schon gesagt, manchmal muss man vielleicht etwas härter mit einem Thema konfrontiert werden, um aufzuwachen.

Fazit: Nach der letzten Enttäuschung, ist Wahnsinn definitiv ein Buch, welches ich weiterempfehlen möchte. Natürlich beschäftigt man sich ungern mit dem Thema Kindermissbrauch, doch heutzutage ist es leider schon fast Alltag.

5/5

Verlag: Heyne Hardcore
352 Seiten
Autor: Jack Ketchum
8,95 Euro

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