Rezension: Brett McBean – Die Mutter


Die Schlinge zieht sich zu!

Quelle: Festa Verlag

Rebecca trampt, sie will zu ihrem Vater, ohne dass ihre Mutter davon weiß. Dabei gerät sie in die Hände ihres Mörders.
Sie hat ihre Tochter verloren. Sie gibt ihr altes Leben auf, um auf den Straßen von Australien nach dem Täter zu suchen. Ihr einziger Hinweis ist ein Tattoo auf dem Arm des Mannes, der ihr das Liebste genommen hat. So wie ihre Tochter stellt sie sich an die Straße und wartet darauf, mitgenommen zu werden. Jeder, der anhält kommt infrage, jeder hat eine eigene Geschichte und nicht immer eine Gute. Sie fragt sich, ob die Reise jemals enden wird.

Brett McBean hat noch nicht viel veröffentlicht. Er ist Australier, schreibt Thriller und Horrorliteratur. In diesen Kreisen vergleicht man ihn mit Dean Koontz und Richard Laymon. Hochrangige Autoren, mit denen er sich noch messen muss.

Das Buch erzielt bei mir die Wirkung, die es haben sollte. Es fesselte mich an sich von der ersten Seite an und ließ mich auch nicht mehr los. Der Roman ist unterteilt in viele kleine Geschichten. Sie erzählen die Begegnungen der Mutter mit den verschiedenen Reisebegleitern. Es gibt einige, die gute Absichten haben, die helfen wollen, andere hingegen sind sadistisch, lassen ihre schmutzigen Fantasien an ihr aus und behandeln sie wie Dreck. Diese Gegensätze ziehen sich durch das gesamte Buch. Kaum sind die Nerven wieder etwas beruhigt, geschehen erneut entsetzliche Dinge. Es entsteht beim Lesen keine Langeweile. Die Szenen sind detailgenau beschrieben, die Fantasie wird angeregt und das Gehirn bekommt viel zu tun. Ich fühlte mit der Mutter. Einerseits eine taffe Frau, die den fiesen Gestalten die Stirn bieten konnte, andererseits die Angst und auch die Hilflosigkeit, dass sie den Mörder nie findet. Man folgt ihrem Leidensweg, der auch körperlich an ihr stattfindet. Sie verändert sich psychisch und physisch. Man sieht sie vor sich, wie sie altert und verblasst. Sie verliert sich selber, hat keinen Bezug mehr zur Vergangenheit. Ihre Erinnerungen lassen nach, alles, was sie noch am Leben hält ist der Wunsch Rache zu nehmen. Man möchte sie förmlich aus dem Buch reißen und ihr ein Bett und eine warme Dusche zur Verfügung stellen. Gespannt erwartet man das Ende.
Leicht irritiert vom Finale, legte ich das Buch zur Seite, atmete ein wenig durch. Es regt deutlich zum Nachdenken an. Gibt es tatsächlich so kranke Gestalten auf den Straßen? Haben wir alle irgendwo eine Macke? Tragen auch wir das Böse in uns? Manchmal ist es gut, den Nachbarn nicht besser zu kennen. Gut auch, dass man keine Gedanken lesen kann.

Für mich ein sehr gelungener Psychothriller, der jedem Horrorliebhaber das Herz höher schlagen läßt. Er hat alles, was er haben muss. Horror, Spannung, Blutrünstigkeit. Für mich ist Brett McBean ein sehr viel versprechender Autor, von dem man sicherlich noch einige sehr gute Bücher erwarten kann.

5/5

Verlag: Festa Verlag
Autor: Brett McBean
384 Seiten
13,95 Euro

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