Rezension: Edward Lee – Das Haus der bösen Lust


„Dieses Haus wird ihn lieben.“

Quelle: Festa Verlag

Bierspezialist Justin Collier sucht für sein Buch über die besten amerikanischen Biere noch eine spezielle Marke. Ein Hinweis führt ihn in das kleine Städtchen Gast in Tennessee, das in Bürgerkriegszeiten Geschichte schrieb, allerdings nicht nur positive. Es gibt ein Haus, das mittlerweile als Pension dient, in dem in der Vergangenheit schreckliche Dinge passiert sein sollen. Als Justin das Haus betritt, spürt er bereits eine Veränderung an sich, vor allem in seiner Lendengegend. Doch nicht nur seine Libido steigt, Albträume verfolgen ihn und er beginnt zu halluzinieren. Er muss aus diesem Haus raus, so schnell er kann.

Das Haus der bösen Lust, ein Titel über den ich in der letzten Zeit immer wieder stolperte. Zahlreiche gelesene Rezensionen überzeugten und verleiteten mich schließlich, mir dieses Buch zu besorgen. An dieser Stelle geht ein großes Dankeschön an Frank Festa vom Verlag, der mir ein Exemplar zur Verfügung stellte.

Die ersten gelesenen Seiten lassen mich erst einmal kräftig schlucken. Ich erwartete nicht gleich zu Beginn eine geballte Ladung von abgetrennten Körperteilen, Vergewaltigung und Erniedrigung. Natürlich war ich vorbereitet durch andere Leser, aber selbst damit konfrontiert zu werden, ist etwas anderes.
Das Buch erzählt zwei Geschichten in unterschiedlichen Zeiten. Die Rückblenden führen zurück zum Bürgerkrieg, sie beschreiben das Leben der Konföderierten und der Sklaven sowie die Entstehung des Städtchens Gast. Sie erzählen außerdem, was sich hinter dem dunklen Geheimnis der Familie Gast versteckt, schaurige, obszöne Einzelheiten werden offenbart, die den Leser schocken. Die Passagen um den Bürgerkrieg waren recht interessant zu lesen und sehr bildlich beschrieben. Der Autor sieht die Geschehnisse von damals durch verschiedene Charaktere, so dass jede Gesellschaftsklasse ihre Sichtweise darstellen kann.
In der Gegenwart versetzt Edward Lee den Leser recht schnell in die Rolle des Bierkenners Collier. Das Haus, in dem er während seines Aufenthaltes wohnen soll, jagt ihm von Anfang an einen Schauer über die Haut. Ihn verfolgen Albträume, er verspürt vermehrt sexuelle Gelüste und er leidet an Halluzinationen. Auf seiner Suche nach dem letzten Bier für sein Buch erfährt er auch immer mehr über dieses Haus und dessen düsteres Geheimnis.

Wow, was für ein Buch!
Die Verknüpfung von historischen, mystischen, bizarren und obszönen Elementen gelingt dem Autor Edward Lee perfekt. Das Haus der bösen Lust liest sich flüssig und es ist ein Buch, welches man nur schwer zur Seite legen kann, auch wenn einige Passagen den Leser sicherlich hin und wieder dazu verleiten mögen.
Der Verlag warnt auf seiner Seite vor den übertriebenen Darstellungen sexueller Gewalt. Es gab einige Stellen im Buch, die ich als Frau missbillige, die ich auch wirklich eklig fand. Ich hatte definitiv noch Schlimmeres erwartet und war froh, dass sich die wirklich harten Stellen nur auf einzelne Seiten beschränkten. Zudem sollte man sich im Klaren sein, dass Festa keine Märchenbücher verkauft und wahre Fans des Extreme Horrors werden mit Edward Lee sehr gut bedient.

Edward Lee (geboren 1957 in Washington, D.C.). Nach Stationen in der U.S. Army und als Polizist konzentrierte er sich lange Jahre darauf, vom Schreiben leben zu können. Während dieser Zeit arbeitete er als Nachtwächter im Sicherheitsdienst. 1997 konnte er seinen Traum endlich verwirklichen. Er lebt heute in Florida.
Der Autor hat mehr als 40 Romane geschrieben, darunter den Horrorthriller Header, der 2009 verfilmt wurde. Er gilt als obszöner Provokateur und führender Autor des Extreme Horror.
Quelle: (www.festa-verlag.de)

5/5

Deutsche Erstausgabe
Broschur 19 x 12 cm, Umschlag in Lederoptik
400 Seiten
Originaltitel: The Black Train
Übersetzung: Michael Krug
ISBN 978-3-86552-149-1
13,95 Euro

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Eine Antwort zu “Rezension: Edward Lee – Das Haus der bösen Lust

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