Rezension: Donn Cortez – Closer


„Er wird sie finden!  Er wird sie töten“

Quelle: Knaur

An Weihnachten widerfährt Jack das Schrecklichste, was einem Menschen nur geschehen kann. Er verliert seine Familie durch die grausamen Hände eines Serienmörders. Der Künstler schließt mit seinen bisherigen Werken ab und verschreibt sich einer neuen Kunst. Die Killer, die von der Polizei noch nicht gefasst werden konnten, gehören nun ihm. Er sucht sie auf, foltert sie und zwingt sie zu Geständnissen. Doch wie lange kann er sich unter Kontrolle halten, bevor er selber zu einem Monster wird?

Donn Cortez ist das Pseudonym des kanadisches Schriftstellers Don H. DeBrandt, der unter seinem Geburtsnamen Science Fiction und Horror schreibt. »The Quicksilver Screen«, sein Romandebüt von 1992, wurde vom renommierten SF-Magazin »Locus« als Geheimtipp gehandelt. DeBrandt schrieb außerdem für »Marvel Comics«, wo er an Reihen wie »Spiderman 2099« und »2099 Unlimited« mitarbeitete.

Seit 2006 verfasst DeBrandt, der im kanadischen Vancouver lebt und arbeitet, Romane zur TV-Serie »CSI: Miami« (Quelle:krimi-couch.de)

Der Einstieg in das Buch fordert vom Leser die vollste Konzentration. Zunächst werden viele Personen vorgestellt, viele Leidenswege und Erlebnisse dargestellt. Diese sind aber für den weiteren Verlauf sehr wichtig, deswegen empfiehlt es sich gleich von Beginn konzentriert zu lesen.

Den Hauptbestandteil des Buches bildet die Geschichte des Künstlers Jack, der seine Familie verliert und von da an beschließt Jagd auf diverse Killer zu machen, um schließlich den zu finden, der seine Lieben auf dem Gewissen hat. Dabei zieht er sich auch das Internet zu seinem Nutzen und stöbert in verschiedenen Foren seine Opfer auf. Zusätzlich bekommt er Hilfe von der Prostituierten Nikki, die er aus einer Notlage retten konnte und die ihm als Lockvogel nun eine wertvollen Dienst leistet. Die beiden ergänzen sich hervorragend, zwei unterschiedliche Charaktere, die aber dennoch viel gemeinsam haben. Die Geschichte ist sehr spannend geschrieben. Ich bemerkte wie sehr ich mich in die Person Jack hineinversetzen konnte. Gebannt las ich mich von Kapitel zu Kapitel, immer mit leicht erhöhtem Puls. Die einzelnen Folterpassagen sind sehr detailiert geschrieben, doch wer vorher schon Sachen von JACK KETCHUM oder BRYAN SMITH gelesen hat, dem sollte das nun wirklich nichts ausmachen. Was mich ein wenig irritierte, waren einige Zwischenpassagen, die zunächst für mich überhaupt nicht in das Buch passten. Ein junges Mädchen erzählt ihrem elektronischen Tagebuch ihre Gefühle und Erlebnisse. Diese Erzählungen erscheinen einfach so zwischen Folterungen und Jagdsequenzen. Erst ganz am Ende wird ein Zusammenhang zur eigentlichen Geschichte dargestellt. Wegen mir hätte sich der Autor diese Seiten sparen können, aber vielleicht war das gerade für die Leser gedacht, um die Neugierde weiter zu schüren.

„Closer“  ist ein sehr fesselndes Buch, mich hat es schon ein wenig zum Nachdenken angeregt. Gibt es wirklich Foren für Serienkiller? Der Gedanke ist schon recht schaurig und bedenklich.

4/5

Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: Knaur (1. September 2008)

8,95 Euro

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