Aschenbrödel Ausstellung – Schloss Moritzburg


„Die Wangen sind mit Asche beschmutzt, aber der Schornsteinfeger ist es nicht.

Ein Hütchen mit Federn, die Armbrust über der Schulter, aber ein Jäger ist es nicht.

Ein silbergewirktes Kleid mit Schleppe zum Ball, aber eine Prinzessin ist es nicht, mein holder Herr.“

Wir kennen alle das Märchen um Aschenbrödel. Dieses Märchen wurde mehrmals verfilmt, doch wenn wir ehrlich sind gibt es nur eine, die es sich lohnt anzusehen. Ein armes Mädchen, das von ihrer Stiefmutter als Hausmädchen und Putzdame missbraucht wird. Von einer Reise bringt ihr der Knecht drei Haselnüsse mit. Hinter denen verbirgt sich ein Geheimnis, welches sie schnell herausfindet.
Getarnt als Jäger und Prinzessin auf dem Ball erweckt sie beim Prinzen des Landes schnell das Interesse. Als sie dann vom letzten Ball flieht, verliert sie einen ihrer Schuhe. Nun liegt es am Prinzen mit dem Schuh seine Herzensdame zu suchen. In einem kleinen abgelegenen Dorf findet er dann sein Aschenbrödel und das Märchen hat ein glückliches Ende.

Gedreht wurde der Film größtenteils in Tschechien, aber einige Passagen auch in dem schönen Sachsen.
Die Szene, in der sie ihren Schuh verliert ist die bekannteste und bedeutendste im gesamten Film. Abhanden kommt er ihr auf der Treppe des Schlosses Moritzburg.
Es ist einer der schönsten Barockbauten im sächsischen Raum und umgeben von einem kleinen Teich. Ursprünglich diente es August dem Starken als Jagdaufenthalt. Da es in den letzten Jahrhunderten nur wenig Umbauten gab, sind viele kostbare Teile der Inneneinrichtung erhalten geblieben. August der Starke, König von Polen, hatte sich auch das angrenzende Waldgebiet zu einem kleinen Erholungsort gemacht. Neben weiteren zahlreichen kleinen Teichen und Seen, die mit einem Leuchtturm und Ankerplätzen ausgestattet wurden, gab es noch das Fasanenschlösschen. Das im Rokkokostil gebaute Gebäude zeigt auch heute noch die pompöse und königliche Ausstattung der damaligen Zeit.

In den Wintermonaten lädt die Moritzburg ein, den Spuren Aschenbrödels zu folgen und ein kleiner Teil des Filmes zu werden. Auch ich war neugierig und gespannt, was mich erwartete. Trotz Temperaturen nahe dem Nullpunkt hatten sich schon jede Menge Besucher vor den Toren eingefunden. Der Einlass erfolgte zügig und gleich im ersten Raum fährt der Vater von Aschenbrödel mit seinem Pferdegepann durch den Wald nach Hause. Die Darstellung versetzte mich sofort in das Märchen und die Reise begann. Die nächsten Räume zeigten auch wieder verschiedene Szenen des Filmes, die Kostüme, teils nachgefertigt, teils echt, waren liebevoll in Schaukästen drapiert. An den Wänden erfuhr man viel über die Dreharbeiten und die diversen Schauspieler und deren Werdegänge. Der Aufstieg zu den weiteren Exponaten erfolgte über die Schlosstreppe. Am Geländer hingen vereinzelt drei Haselnüsse. Eine sehr schöne Idee, die mich schmunzeln ließ. Am liebsten hätte man sie vom Geländer genommen und auf den Boden geworfen, um zu sehen was passiert. Heiß begehrt, vor allem bei den kleinen Mädchen, das Fenster durch welches Aschenbrödel in den Saal blickte. Dahinter verbargen sich Miniaturfiguren der Darsteller, die sich zu den Klängen von Karel Svoboda bewegten. Neugierig war ich vor allem auf das Ballkleid und das Hochzeitskleid. In der Mitte eines kleinen Ballraumes tanzten der Prinz und das Aschenbrödel. Sie in dem tollen Ballkleid, er in seinem dazu passenden Anzug. Der Saal selber wirkte recht klein, man konnte sich gar nicht vorstellen, dass in diesem Raum so viele Paare tanzten. Die Wände verziert mit zahlreichen Hirschgeweihen weisen auf die eigentliche Verwendung des Schlosses hin. Im Mittelpunkt des Raumes zeigten sich diverese Filmkostüme. An den Stoffen, den Farben und den Mustern konnte man deutlich das Drehjahr erkennen. Ich glaube es reicht, wenn ich sage, er wurde 1973 gedreht.
Ein wenig enttäuschend war das Brautkleid. Ganz in schlichtem Weiß ohne großem Schnickschnack hing es in einem der Glaskästen. Kein Schleier dazu, keine tolle Kette. Fast hätte ich es übersehen. Natürlich konnte man sich am Ende der Tour mit jeder Menge Material über und von Aschenbrödel eindecken.

Ich fand diese Ausstellung sehr gelungen und informativ. Die einzelnen Szenen waren sehr detailgetreu und liebevoll gestaltet. Da hat man sehr drauf geachtet. Ich war begeistert von den vielen Informationen. In zwei Nebenräumen wurden auch Filme gezeigt, in denen Schauspieler und Mitwirkende über die Dreharbeiten berichteten. Wenn man mit dem Film aufgewachsen ist und diesen auch Jahr für Jahr immer wieder im Fernsehen verfolgt, für den ist diese Ausstellung ein Muss. Sicherlich wird es sie auch im nächsten Winter zu bewundern geben.

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