Interview mit Autor Michael Schmid


In letzter Zeit bin ich immer wieder über verschiedene Rezensionen zu dem Buch „Fragmente des Wahns“ gestolpert. Im Moment bilde ich mir selber eine Meinung, wie meine Beurteilung ausfällt, erfahrt ihr bald hier auf SchwarzesBayern.de.
Der Autor Michael Schmid hat sich die Zeit genommen, um ein paar Fragen über sein Erstlingswerk und seine Ideen zu beantworten.

Likiwing: Dein erster Psychothriller „Fragmente des Wahns“ erschien im Januar 2012. Kannst Du uns einen kurzen Einblick in das Buch geben?

Michael Schmid: Gerne doch. Hauptsächlich geht es in meinem ersten Thriller um den Protagonisten Alex, dessen Leben nach einem Autounfall eine sehr gravierende Veränderung erlebt. Welche genau und warum, muss der Leser natürlich selbst hausfinden. Nur soviel sei gesagt, die Auflösung wird euch überraschen.

L: Woher hast Du die Idee genommen?

M.S.: Sie kam mir beim Lesen eines Thrillers. Ich hab mir während des Lesens Gedanken darüber gemacht, warum dem Protagonisten das alles passiert und als die Auflösung dann anders war, dachte ich mir, daraus könnte man dennoch einen guten Thriller machen. So entstand die Grundidee zu „Fragmente des Wahns“.

L: Überlegst Du Dir die Geschichten genau, machst Dir Stichpunkte? Oder schreibst Du einfach drauf los?

M.S.: So ganz pauschal kann man das bei mir nicht sagen, ist von Idee zu Idee und Buch zu Buch natürlich immer etwas anders, aber was ich auf jeden Fall brauche, bevor ich zu schreiben beginne, ist der Anfang, das Ende und einige wichtige Fixpunkte der Geschichte. Das Drumherum und Dazwischen darf dann ruhig auch mal während des Schreibens entstehen.

L: Du arbeitest gerade an Deinem zweiten Thriller. Kannst Du uns schon ein paar kleine Details dazu sagen?

M.S.: Ach, ein bisschen Hunger machen geht immer. Also geschrieben ist er schon. Ich bin jetzt bei der letzten Überarbeitung, ehe es ins Lektorat des Verlags geht. Und worum gehts? Tja, DAS sei noch nicht verraten, nur so viel: Es gibt diesmal sieben Handlungsstränge, die parallel laufen und er ist definitiv um einiges „härter“. Seid gespannt!

L: Wann soll er denn veröffentlich werden?

M.S.: Angesetzt ist Frühjahr 2013. Erscheinen wird er im Spielberg Verlag.

L: Auf mehreren Seiten kann man lesen, dass Du bereits mit 15 Jahren angefangen hast zu schreiben. Wie kommt ein Teenager auf so eine Idee?

M.S.: Ganz ehrlich? Es hat sich einfach entwickelt. Ich wollte schon früh meine eigenen Geschichten erzählen und habe dann mit Fanfictions angefangen. Mit der Zeit kamen dann eigene Ideen und diese wiederum haben sich ebenfalls weiterentwickelt, bis ich mich irgendwann an meinen ersten Thriller herantraute. Seitdem bin ich da wohl hängengeblieben.

L: Gab es da bereits Lieblingsautoren, denen Du nacheifern wolltest, oder die Dich verleitet haben, selber zum Stift zu greifen?

M.S.: Jein. Ich habe zu diesem Zeitpunkt viel Hohlbein gelesen, würde aber nicht sagen, dass er mich zum Schreiben gebracht hat. Was mich wirklich zum Schreiben brachte waren tatsächlich Fanfictions und diese meistens zu Mangas/Animes, welche ich zu diesem Zeitpunkt gelesen/verfolgt habe. Der Manga „Angel Sanctuary“ war dann übrigens die Inspiration für meine erste, längere Fantasy-Geschichte, die ich aber nie beendet oder veröffentlicht habe.

L: Um was ging es so in den ersten Kurzgeschichten?

M.S.: Wie oben bereits erwähnt hauptsächlich um eigene Episoden zu Serien, Mangas, Animes. Manchmal auch Dinge, die mich beschäftigten und die ich dann einfach zu Papier bringen musste, um mich daraufhin besser zu fühlen. Aber im Großen und Ganzen waren diese Kurzgeschichten wirklich nur ein Hobby und allein für mich bestimmt.

L: Verschiedene Themen oder warst Du schon von Beginn an dem Thriller verschrieben?

M.S.: Ich habe tatsächlich zuerst mit Fantasy begonnen und bin erst seit ein paar Jahren in den Thrillerbereich gewechselt. Ich will aber definitiv nicht mehr zurück.

L: Verbindet Dich etwas mit den Geschichten oder sind sie reine Fiktion?

M.S.: Natürlich gibt es immer wieder Elemente in meinen Thrillern, die etwas mit mir oder meinem näheren Umfeld zu tun haben. Nichtsdestotrotz bleibt alles Fiktion und hat nicht wirklich etwas mit einer realen Person zu tun. Kleines Beispiel: Alex mag zum Beispiel keine Schuhe oder Socken, geht am Liebsten barfuß. DAS ist eine Eigenart von mir, die ich Alex sozusagen ausgeliehen habe. Dennoch ist Alex keine 1 zu 1 Kopie von mir.

L: Brauchst Du beim Schreiben absolute Ruhe?

M.S.: Nein, aber ich muss mich schon konzentrieren können. Am Besten geht das dann mit einer guten Tasse Kaffee oder Tee, sowie passender Hintergrundmusik. Aber es muss definitiv nicht totenstill sein, damit ich in meine Schreibwelt eintauchen kann. Brauch ich zum Beispiel beim Lesen auch nicht unbedingt.

L: Hast Du einen Zeitplan; z.B. in zehn Tagen 100 Seiten schreiben?

M.S.: Nein … um Gottes Willen … NEIN !!! Ich bin wirklich froh, noch keinem Zeitdruck zu unterliegen, was das Schreiben an sich betrifft. Wo ich mich aber dann oft ranhalten muss und auch mal Deadlines stecke, ist bei der Überarbeitung. Schließlich muss der Verlag planen können.

L: Was tust Du gegen Schreibblockaden?

M.S.: Lesen, ausgehen, fernsehen. Einfach alles, was mir zu diesem Zeitpunkt große Freude bereitet. Wenn es nicht läuft, dann hilft es wirklich nichts, verbissen zu sein. Da muss dann einfach eine Auszeit her. Die Phase, wo man dann einfach wieder schreiben muss, kommt nämlich ganz schnell von ganz allein wieder und dann geht es auch meistens wunderbar weiter.

L: Was macht Michael Schmid in seiner Freizeit, wenn er mal nicht schreibt?

M.S.: Also einmal die Woche schaue ich auf jeden Fall immer, dass ich mich mit meinen Freunden treffe, was mir einfach sehr wichtig ist. Unter der Woche steht viel Arbeit an, und damit meine ich meinen Brotjob, nicht das Schreiben. Da will ich abends dann mehr auf dem Sofa entspannen, egal ob bei einem guten Buch oder Film. Und dann hat man ja auch noch die ganz alltäglichen Dinge, welche erledigt werden müssen, die auch an einem Autor nicht vorbeigehen. Leider …

L: Was für Bücher liest Du selber? Gibt es da derzeit ein Lieblingsbuch?

M.S.: Ich lese seit einigen Jahren fast nur noch Thriller und seit gut zwei Jahren vermehrt von deutschen Autoren. Lieblingsbuch kann ich wirklich keines nennen, wen dieses Thema stark interessiert, darf mir gerne auf Facebook folgen, da gebe ich relativ aktuell bekannt, was ich derzeit lese und wie es mir gefallen hat.

L: Hast Du Wünsche für die Zukunft? Hast Du die nächsten Ideen schon im Kopf?

M.S.: Ich habe jetzt erst vor einigen Wochen meinen neuen Autorenvertrag mit dem Spielberg Verlag unterschrieben und bin sehr zufrieden mit dieser neuen Zusammenarbeit, dass es wirklich keinen Grund gibt, diesbezüglich Wünsche für die Zukunft zu äußern. Ich habe bereits jetzt sehr treue Leser/innen und bekomme immer wieder nette Kommentare und Feedback, dass ich einfach nur weitermachen kann und will. Und um deine zweite Frage zu beantworten: Ja, die nächsten Ideen sind schon in meinem Kopf. Am dritten Thriller schreibe ich ja bereits und es stehen auch schon die Grundideen für zwei weitere Thriller. Ihr seht schon, so schnell werdet ihr mich nicht los.

L: Was rätst Du denjenigen, die selber schreiben und auf eine Veröffentlichung hinauswollen?

M.S.: Nicht aufzugeben! Wenn jemand wirklich schreiben will und der Meinung ist, dass es wert ist, veröffentlicht zu werden, dann soll er dranbleiben und nicht aufgeben. Auch mir wurde erst wieder vor einigen Monaten mitgeteilt, dass mein zweiter Thriller es nicht wert sei, veröffentlicht zu werden. Gott sei Dank war der Spielberg Verlag anderer Meinung und ich lasse wieder einmal die Leser entscheiden, ob meine Gedanken das gedruckte Papier wert sind.

L: Vielen Dank für das Interview Michael. Hast Du noch ein paar Worte zum Abschluss?

M.S.: Ich möchte mich an dieser Stelle recht herzlich für dieses Interview bedanken und zeitgleich bei all meinen Lesern. Ohne euch und eure aufmunternden Worte würde ich wohl noch öfter in Selbstmitleid versinken, als ich es ohnehin schon tue. Vielen Dank für eure tolle Unterstützung. Es geht auf jeden Fall weiter.

Leseprobe: Fragmente des Wahns

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