Rezension: Max Bentow – Die Puppenmacherin


„Alles war finster um sie herum…“

Quelle:randoumhouse.de

Josephin Maurer leidet. Nach den schlimmen Erlebnissen, die jetzt ein Jahr zurückliegen, hat sie sich psychisch noch nicht gefangen. Ihr Peiniger damals erlitt bei einem Verkehrsunfall sehr starke Verletzungen, die er nicht überlebte. Der Albtraum schien zu Ende, doch nun beginnt eine neue Mordserie im Umfeld der labilen jungen Frau. Der Täter hat die selbe Vorgehensweise. Nils Trojan, der ermittelnde Kommissar versucht die Hinweise miteinander zu verbinden und begibt sich auf die Jagd.

Max Bentow wurde 1966 in Berlin geboren. Nach seinem Schauspielstudium war er an verschiedenen Bühnen als Schauspieler tätig. Für seine Arbeit als Dramatiker wurde er mit zahlreichen renommierten Preisen und Stipendien ausgezeichnet. Mit „Der Federmann“, dem ersten Kriminalroman um den Berliner Kommissar Nils Trojan, gelang Max Bentow auf Anhieb ein großer Erfolg und eine Platzierung unter den Top 10 der SPIEGEL-Bestellerliste.

(Quelle: randomhouse.de)

Der erste Eindruck:

Der Klappentext, aber hauptsächlich das Cover und verschiedene Rezensionen haben mich dazu bewogen dieses Buch in mein Bücherregal zu stellen. Da liegt ein kleines Stoffkissen, durchstochen mit mehreren Stecknadeln, so dass es blutet. Dieser Anblick lockte mich näher heran, um es genauer zu betrachten. Beim Lesen des Klappentextes war klar, dass dieses Buch in mein Körbchen wandert.

Autoren schaffen es ja meistens schon mit den ersten Seiten den Leser so zu fesseln, dass er das Buch nicht mehr weglegen möchte. So auch Max Bentow. Ich hatte den Prolog gelesen und wusste, innerhalb der nächsten 24 Stunden habe ich dieses Buch durch.

Die Hauptprotagonisten in diesem Werk werden sehr bildlich dargestellt. Josephin, eine junge Frau, die mit ihrem Kleidungsstil viel aufmerksam erregt. Sie ist psychisch geschädigt von dem schrecklichen Ereignis, welchem sie gerade so noch entkommen konnte. Sie hat Angst, fühlt sich nicht wohl, wenn viele Leute anwesend sind und sie fühlt sich beobachtet. Und als die tragischen Morde in ihrem Umfeld passieren, fällt sie wieder in ein Loch. Der Leidensweg von Josephin nahm mich ziemlich mit. Vor allem weil sie auch keine Freunde hat, die ihr Beistand leisten konnten. Sie muss in ihren jungen Jahren sehr viel durchstehen. Den einzigen Halt findet sie in ihrem Hobby, dem Puppen basteln. Sie sind die einzigen Freunde.

Der zweite Hauptcharakter ist Kommissar Nils Trojan, ebenfalls ein bisschen angeschlagen, körperlich nicht in der besten Verfassung. Er wirkt oft müde, ist immer ein wenig abgelenkt, hat zu viele Sachen im Kopf. Und natürlich, wie sollte es bei einem Mann auch anders sein, sind das Frauengeschichten. Zudem scheint dieser Mann eine Art Superheld zu sein, er schläft nicht viel, isst kaum was, der Kreislauf ist nicht stabil und doch schafft er es kurz nach Ohnmachtsanfällen wieder zu Höchstleistungen aufzufahren. Das fand ich ein wenig unnatürlich.

Das Buch ist klasse, die Geschichte hat es in sich, immer wieder kommen neue Hinweise, mehr Spannung baut sich auf. Ich war richtig im Lesefluss und bin richtig begeistert von diesem Buch. Es ging mir wirklich in die Psyche, weil ich die nächsten Seiten kaum erwarten konnte und wenn mich nicht der Schlaf übermannt hätte, hätte ich diesen Thriller sicherlich schon nach 12 Stunden beendet. Auch wenn ich das erste Werk „Der Federmann“ zuvor nicht gelesen habe, hatte ich nicht das Gefühl etwas verpasst zu haben, denn die Verbindung zum Debüt stellt Max Bentow sehr gut her.

Fazit: Sehr schönes Buch mit viel Spannung, nervenaufreibenden Momenten und charakterstarken Protagonisten.

5/5

Deutsche Erstausgabe
Paperback, Klappenbroschur, 384 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-442-20404-5
€ 14,99 [D]

Verlag: Page & Turner

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