Rezension:Richard Laymon – Licht aus!


„Ist das ein Zeh?“

Brit und Pete verbringen einen Kinoabend im bekannten Stadtkino „Spukpalast“. In den Pausen zwischen den Horrorstreifen laufen 15-minütige Kurzfilme der „Schreck“-Reihe. In einer dieser blutigen und brutalen Geschichten scheint Brits Freundin Tina eine der Hauptrollen zu spielen. Besorgt macht sie sich am nächsten Tag auf die Suche nach Tina und gerät selber in die Fänge des sadistischen Mörders. Sie bleibt nicht die Einzige.

Richard Laymon schrieb seit den 70er Jahren Kurzgeschichten und Horrorromane, die weit über die moralische Grenzen hinausgehen. Über 50 Romane hat er zu Lebzeiten zu Papier gebracht und selbst nach seinem Tod 2001 tauchten immer wieder Werke von ihm auf. So auch der Thriller „Licht aus!“
Meine Begeisterung für Richard Laymon wurde geweckt, nachdem ich „Nacht“ gelesen hatte. Diese Spannung und die Schaurigkeiten hatten mich so fasziniert, dass ich ziemlich schnell weitere Bücher von ihm in mein Regal stellte. „Licht aus!“ erschien im Mai 2012. Das Cover und der Klappentext lockten mich Laymon-Fan gleich wieder ins Geschäft.

Wie man es von Laymon gewohnt ist braucht er nicht lange, um gleich mit einer Horrorszene einen Schauder über die Haut zu jagen. Und ab dieser Stelle war ich im Lesefluss. Leider verwirrten mich die zahlreichen Neuvorstellungen von Charakteren und ich fragte mich, wie Laymon die jetzt wohl alle in der Geschichte unterbringen möchte. Braucht „Schreck“ wirklich so viele Opfer? Das werde ich natürlich nicht verraten. Es sei gesagt: Ein Richard-Laymon-Leser lässt sich nicht mit EINER! Horrorszene abspeisen. Und diese sind wie immer brutal, sadistisch und bis in jede kleinste Einzelheit beschrieben.

…“Eine wahre Köstlichkeit. Leicht gekochtes Gesicht auf gedünsteten Linguini mit erlesener Tomatensoße. Ich nenne es Gesicht Marinara.“ … „Mit einem Grunzen schwingt der Mann die Axt in einem kräftigen Seitwärtshieb. Die Schneide saust durch Lynns Hals.“ … „Einen Moment lang sitzt sie kopflos da, hält Kristi nach wie vor den Weinschlauch hin, während Blut aus ihrem Halsstumpf emporschießt und zu Boden regnet.“

Das sollte als kleiner Einblick wohl reichen. Wer jetzt noch Lust hat, es zu lesen, sollte sich dieses Buch unbedingt zulegen. Richard Laymon hat sicherlich schon wesentlich spannendere und blutrünstigere Texte geschrieben, doch sein recht lockerer und einfacher Schreibstil verleitete mich, darüber hinwegzusehen. Dazu ist man einfach zu sehr fasziniert von den Ideen und Gedanken, die in Laymons Kopf wohl herumschwirrten. Ich zitiere den Festa Verlag: „Laymon auf Speed. Wie irre hetzt er den Leser durch diesen Roman, hinein in die Welt der ›snuff-movies‹. Und die ganze Zeit hat man im Hinterkopf: Solche Filme gibt es wirklich!“

4/5
Verlag: Festa Verlag
Autor: Richard Laymon
272 Seiten
12,80 Euro (Taschenbuch) 5,99 Euro (E Book)
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