Rezension: S.G. Browne – Anonyme Untote


 

„Ich bin ein Überlebender“ 

Andy verwandelt sich nach einem tragischen Verkehrsunfall in einen Zombie. Von nun an hat er es nicht einfach. Seine Eltern sperren ihn in den hauseigenen Weinkeller ein, die ehemaligen Freunde wenden sich von ihm ab, seine große Liebe hat er durch eigenes Verschulden verloren. Und seine Rechte? Der Staat sagt: Zombies haben keine Rechte, denn es sind Tote. Den einzigen Halt und Trost findet er in der Selbsthilfegruppe „Anonyme Untote“. Dort lernt er Rita kennen, nach einiger Zeit auch lieben. Auf gemeinsamen nächtlichen Streifzügen treffen sie Ray, der mit seinen „genialen Gaumenfreuden“ wahre Wunder bewirkt.

Im Jahre 2009 erschien das Buch „Anonyme Untote“ als erster Roman des Autors S.G. Browne. Der Titel und der Klappentext verleiteten mich zum Kauf. Ich war neugierig, was in einer Zombieselbsthilfegruppe diskutiert wird. Vielleicht würde es hilfreich sein, etwas über die Untoten in Erfahrung zu bringen, vor der Zombieapokalypse. Und schließlich geht es auch um Liebe. Ein wenig Bedenken hatte ich allerdings, da ich erst kürzlich das Buch „Schicksal“ vom selben Autor gelesen hatte und ich mich dort wahrlich durch die Seiten kämpfen musste. Doch ich wurde nicht enttäuscht. Am Anfang vermisste ich ein wenig den angepriesenen Witz, ich las mehr zwischen den Zeilen und fand genug Satire und Ironie, um endlich auch in ein dezentes Schmunzeln zu fallen. Die Erfahrungen, die Andy und seine Zombiekumpels machen müssen, möchte man defintiv nicht erleben. Die fehlende Akzeptanz der „Atmer“, die Überfälle und Mordversuche, kein leichtes Leben als Untoter. Der neue Schwung, den alle durch die „genialen Gaumenfreuden“ Rays bekommen ,gibt ihnen Auftrieb, man fiebert mit und möchte, dass sie den Kampf gewinnen und zur Gesellschaft dazugehören. Doch was wäre es denn für ein Buch, wenn das alles so leicht wäre? Das gewonnene Selbstbewusstsein verändert sie, aber lässt sie leichtsinnig werden.

Ich hatte wahnsinnig viel Spaß beim Lesen des Romans, die Leiden und Freuden zu teilen, ließ mich fast selber zum Zombie werden und die Entwicklung der Liebesgeschichte ist einfach nur bezaubernd. Eine sehr schöne Geschichte, die ich wirklich empfehlen kann. Sie bringt den Leser nicht nur zum Lachen, sondern regt ihn auch an, zwischen den Zeilen zu lesen: Wie sollte man mit Minderheiten umgehen? Wir sollten nachdenken, wie es für uns wäre, wenn wir als Zombie zurückkehren würden und durch die Hölle gehen müssten.

Fazit: Witzig, aber auch lehrreich!

5/5

Verlag: Heyne
Autor: S.G. Browne
384 Seiten
8,95 Euro

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s