Rezension: Carlton Mellick III – Die Kannibalen von Candyland


Kein Zuckerschleckenkannibalen

Franklin hasst Kinder, liebt Tiere und die Farbe Rot. Angst hat er vor Allem. Als kleiner Junge sieht er die Frau mit dem rosa Zuckerhaar zum ersten Mal. Sie verströmt einen berauschenden Erdbeerduft, der Kinder willenlos macht. Dann werden sie gefressen. Franklin versucht die Zuckermenschen zu finden und zu beweisen, das sie tatsächlich existieren. Per Zufall findet er den Zugang in das unterirdische Candyland und trifft auf die Frau mit dem rosa Zuckerhaar. Eine Flucht ist ausgeschlossen, so muss er mit Haut und Haar als Sexsklave dienen.

Das Cover des Buches weckte mein Interesse. Die Gestaltung der Zuckerfrau und die Farben allein berauschen schon. Der neugierige Leser wird aufgefordert der Zuckerlady den Bauch zu streicheln. Das setzt einen Erdbeerduft frei. Der betörende Geruch benebelt meine Sinne. Ich kann nicht anders: Mit den klebrigen Erdbeerfingern öffne ich das Buch und lese gebannt die ersten Zeilen. Die Geschichte ist auf rosa Seiten geschrieben, aber das wirkt sich nicht negativ auf das Lesen aus. Es verstärkt eher noch die Fantasie. Und wer sich auf dieses Buch einlässt, braucht definitiv viel davon. Die Beschreibung des Candylandes fällt prachtvoll aus, man kann förmlich den Zuckerstangenwald vor sich sehen, ebenso den kleinen Marshmallowhund. Was um Gottes Willen sind Zitronenschweine und Gummigoblins? Falls Männer dieses Buch lesen wollen: ihr werdet die Art lieben, wie man eine Zuckerfrau entjungfert. Auf Dauer wird diese Befriedigungsmethode aber wohl eher zur Qual. Der Schreibstil ist sehr ansprechend, die bizarren Szenen verleiteten mich dazu, immer weiterzulesen und zu schmunzeln. Es ist bizzar, verrückt, einfach bekloppt. Doch wer sich damit anfreunden kann, dem wird dieses Buch sicherlich gut gefallen. Man fragt sich während des Lesens, was in einem nur vorgeht, das man so etwas schreiben kann. Wie kommt man auf solche Ideen? Irgendeine Schraube scheint da etwas locker. Leider ist es nur ein kurzes Lesevergnügen, doch es lohnt sich. Die Absurdität wird einfach verführen.

Zum Autor: Carlton Mellick III wurde 1977 in Arizona geboren und gehört zu der „Bizzaro“-Bewegung, neben Steve Aylett und Chris Genua. Mellicks literarisches Wirken wurde bereits als eine Kombination von „trashigem Schlock, Sci-Fi/Horror und postmoderner Literatur“ bezeichnet. Seine Romane, versetzt mit einem Touch Science Fiction, erkunden surreale Parallelwelten der Gegenwart, ergänzt durch Sozialsatire und dem Spielen mit Absurditäten. Bereits mit 18 Jahren hatte er zwölf Romane vollendet.

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Verlag: Festa Verlag
Autor: Carlton Mellick III
158 Seiten
16,80 Euro

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Eine Antwort zu “Rezension: Carlton Mellick III – Die Kannibalen von Candyland

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